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Panorama Banges Warten auf Bombenentschärfung in Koblenz
Mehr Welt Panorama Banges Warten auf Bombenentschärfung in Koblenz
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14:05 04.12.2011
In Koblenz wird am Sonntag eine Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft.
In Koblenz wird am Sonntag eine Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Quelle: dpa
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Frankfurt/Koblenz

Etwa 45.000 Menschen haben vor der Entschärfung mehrerer Weltkriegsbomben im Rhein die Stadt Koblenz verlassen. Die Räumung der Sperrzone sei bis zum Morgen problemlos abgelaufen, sagte Feuerwehrsprecher Manfred Morschhäuser am Sonntag. Viele Bewohner seien bereits am Samstag zu Bekannten oder Verwandten gereist. Es ist die größte Evakuierung wegen eines Blindgängers in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Rund 2500 Helfer sind im Einsatz.

Bei einem Kontrollgang durch die Stadt mit insgesamt 106.000 Einwohnern prüften am Vormittag rund 1000 Einsatzkräfte, ob sich nicht doch noch Menschen in der Sperrzone aufhalten. Danach sollte die Entschärfung beginnen. Der Zeitplan sah dafür 15.00 Uhr vor, doch nach Angaben der Stadt könnten die Experten vom Kampfmittelräumdienst voraussichtlich schon gegen Mittag starten.

Der Kampfmittelräumdienst muss sich um eine 1,8 Tonnen schwere britische Luftmine, eine kleinere US-Bombe sowie ein Fass mit giftigen Chemikalien kümmern. Vor der Entschärfung wurde am Sonntagmorgen das Rheinwasser um die Fundstelle der großen Bombe abgepumpt. Das war in den vergangenen Tagen erfolgreich getestet worden. Auch die Entschärfung der kleineren Bombe könnte kompliziert werden. Sie ist den Experten zufolge in schlechtem Zustand.

Für die evakuierten Menschen stehen sieben Betreuungsstellen mit 12.000 Plätzen in Schulen in Koblenz und Umgebung bereit. Am Morgen zeichnete sich aber ab, dass weit weniger Koblenzer das Angebot in Anspruch nehmen. Bis 9.30 Uhr trafen in den Betreuungseinrichtungen nach Angaben der Stadt nur rund 330 Menschen mit den bereitgestellten Shuttle-Bussen ein. Lautsprecherdurchsagen forderten die verbliebenen Bewohner noch einmal auf, die Sperrzone im Umkreis von 1,8 Kilometern rings um die Bombe zu verlassen.

Mit Krankenwagen wurden am Morgen noch rund 200 pflegebedürftige Altenheimbewohner weggebracht. Schon in den vergangenen Tagen waren auch eine Haftanstalt und zwei Krankenhäuser geräumt worden. Koblenz wurde am Sonntag zudem von allen überregionalen Straßen- und Bahnverbindungen getrennt.

Fußgänger hatten die große Bombe war am 20. November im Rhein auf Höhe des Stadtteils Pfaffendorf entdeckt. Funde wie die in Koblenz häufen sich derzeit im Rhein, denn der Fluss hat nach dem ungewöhnlich trockenen November einen sehr niedrigen Wasserstand.

Koblenz war schon öfter Schauplatz spektakulärer Entschärfungen, weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg als Militärzentrum und Verkehrsknotenpunkt stark bombardiert worden war. Bei der zuvor umfangreichsten Evakuierung in der Nachkriegsgeschichte hatten am Pfingstmontag 1999 rund 15.000 Koblenzer ihre Häuser räumen müssen. 

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.