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Panorama Bahn entschädigt Hitze-Opfer mit Reisegutscheinen
Mehr Welt Panorama Bahn entschädigt Hitze-Opfer mit Reisegutscheinen
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17:56 13.07.2010
Quelle: dpa

Als Entschädigung für die massiven Probleme mit den Klimaanlagen in ihren Fernzügen bietet die Bahn hitzegeplagten Kunden Reisegutscheine an. Wer mit Gesundheitsbeeinträchtigungen ärztlich versorgt werden musste, soll das Anderthalbfache des ursprünglichen Fahrpreises als Gutschein erhalten, wie der bundeseigene Konzern am Dienstag mitteilte. Wenn die Klimaanlage im ganzen Zug ausfiel, gibt es darüber die Hälfte des Preises zurück. Reisende müssen dazu das Ticket vorlegen. Die Kritik am bundeseigenen Konzern riss nicht ab.

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte: „Wir wollen uns nicht nur ausdrücklich bei unseren Kunden entschuldigen, sondern Wiedergutmachung leisten und das Vertrauen zurückgewinnen.“ Am Wochenende mussten drei überhitzte ICE gestoppt werden, in einem waren Schüler kollabiert. Als Zeugin suchte die Bundespolizei nun eine Reisende. Die Mutter hatte versucht, ein Fenster mit dem Nothammer einzuschlagen, weil ihr kleiner Sohn nach Atem rang. Hinweise seien unter der kostenlosen Servicenummer (0800) 6888 000 erbeten.

Wie am Dienstag bekanntwurde, waren am vergangenen Freitag auch zwei Schülerinnen eines Ulmer Gymnasiums in einem Intercity in großer Hitze kollabiert. Auf der Fahrt von Hamburg nach Ulm habe eine Schülerin beim Halt in Kassel aus dem Zug geholt und für eine Nacht ins Krankenhaus gebracht werden müssen, berichtete Schulleiter Hanns Baum. Ein weiteres Mädchen sei in Augsburg zusammengebrochen.

Zum erwarteten finanziellen Volumen der Kulanzregelung machte die Bahn zunächst keine Angaben. Es richtet sich an alle Kunden, die „massiv“ von Klimaanlagen-Ausfällen betroffen waren. Wenn einzelne Wagen nicht gekühlt waren und Reisende in klimatisierte Wagen ausweichen konnten, gilt es demnach nicht.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) verwies darauf, dass Klimaanlagen auch bei Temperaturen über 35 Grad und in vollen Zügen ordnungsgemäß funktionieren sollten, gerade in modernen Fahrzeugen. „Wenn sich solche Ausfälle wie jetzt bei der Bahn häufen, liegt der Verdacht möglicherweise nahe, dass wir ein Wartungsproblem haben“, sagte VDI-Experte Thomas Terhorst. Die Bahn prüft, warum sich bei den ICE am Wochenende Klimaanlagen abgeschaltet haben. Dies könne der Fall sein, wenn Kältemittel zu heiß ist oder der Druck im Kühlsystem zu hoch wird, hieß es. Auch das Eisenbahn-Bundesamt ermittelt.

Die jüngsten Technikprobleme seien keine Einzelfälle, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Caren Lay, am Dienstag. „Die Klimatisierung von IC- und Regionalzügen lässt ohnehin sommers wie winters zu wünschen übrig.“ Wie bei Verspätungen müsse es auch bei massiven Beeinträchtigungen des Reisestandards Entschädigungen geben. Der Verkehrsausschuss-Vorsitzende Winfried Hermann (Grüne) sagte „Handelsblatt Online“, es sei es nicht zu tolerieren, dass bei Qualitätsmängeln meist nur Kulanzregelungen griffen. Mit den Problemen wollen sich auch die Verkehrsminister der Bundesländer beschäftigen, wie Sachsen-Anhalts Ressortchef Karl-Heinz Daehre (CDU) am Dienstag in Magdeburg sagte.

Standard-Klimaanlagen, die es in Deutschland zu kaufen gibt, sind auf die Richtwerte 26/34 eingestellt. Das heißt, die Maschine muss in der Lage sein, bei einer Außentemperatur von 34 Grad die Luft im Inneren auf 26 Grad abzukühlen. „Wenn die Außentemperatur über den Nennwert hinausgeht, kann keine volle Leistung mehr erbracht werden“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Kälte-Klima- Fachbetriebe, Werner Häcker, der dpa. Die Einstellung sei variabel. Klimaanlagen könnten von Anfang an auch so konzipiert werden, dass der Außenrichtwert zum Beispiel bei 45 Grad liegt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Bahn.

dpa

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