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Panorama BP muss neuen Anlauf gegen Ölpest nehmen
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08:30 16.05.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Der britische Ölkonzern BP muss einen neuen Anlauf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko nehmen. Er scheiterte mit einem Versuch, auslaufendes Öl aus 1500 Metern Tiefe durch ein Rohr zu einem Schiff an der Meeresoberfläche zu leiten. Das Vorhaben sei nach technischen Problemen abgebrochen wurden, sagte BP-Manager Doug Suttles. Ein Metallrahmen an dem Rohr habe sich verzogen. In der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) würde der Versuch wiederholt. BP hofft, vier Fünftel des auströmenden Öls auffangen zu können.

In der Zwischenzeit setze das Unternehmen verstärkt auf den Einsatz von Chemikalien in der Nähe des Meeresbodens, sagte Suttles. „Es scheint, dass diese chemischen Verteiler funktionieren. Durch sie gelangt viel weniger Öl an die Meeresoberfläche als zuvor.“ Das Mittel zersetze das Öl, damit es natürlich im Meer abgebaut werden könne. Die US-Umweltbehörde hatte den Einsatz nach, wie sie mitteilte, zahlreichen Untersuchungen zugelassen. Bisher durfte BP den Stoff nur an der Wasseroberfläche verwenden. Kritiker bemängeln, es sei zu wenig über die Folgen für die Umwelt bekannt.

US-Innenminster Ken Salazar kündigte an, am Sonntagnachmittag werde auf höchster Regierungsebene über das weitere Vorgehen am Golf von Mexiko entschieden. Er und Heimatschutzministerin Janet Napolitano forderten BP-Chef Tony Hayward in einem Brief auf, der Öffentlichkeit zu versichern, dass der Konzern alle Kosten und Schadensersatzforderungen bezahlen werde - auch wenn diese über die gesetzliche Grenze von 75 Millionen Dollar hinausgehen.

dpa

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