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Panorama Wieder Ausschreitungen in Hamburg
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08:40 09.10.2014
Mehrere hundert Kurden haben am Mittwoch friedlich in Hamburg demonstriert. Am Ende kam es zu Zwischenfällen. Quelle: dpa
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Hamburg

Nach einer friedlichen Demonstration von mehr als 1000 Kurden ist es am Mittwochabend in Hamburg zu Zwischenfällen gekommen. Nach dem offiziellen Ende des Protests gegen die Angriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf kurdische Städte in Syrien zog ein Teil der Demonstranten weiter in den Stadtteil St. Georg, wo sie nach Polizeiangaben Flaschen und auch einige Steine warfen. Mindestens ein Mensch sei am Kopf verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Nähere Angaben zu dem Vorfall konnte ein Sprecher am späten Abend noch nicht machen.

Messer und Machete beschlagnahmt

Die Polizei war mit fast 1300 Beamten im Einsatz, davon knapp 260 aus anderen Bundesländern. Sie begleiteten und kontrollierten kleinere Gruppen, die sich durch St. Georg und Altona bewegten. "Durch starke Polizeipräsenz und zahlreiche Überprüfungen konnten Auseinandersetzungen weitgehend unterbunden werden", erklärte der Sprecher. Es seien mehrere Personen in Gewahrsam oder festgenommen sowie Platzverweise ausgesprochen worden. Die Beamten hätten Hieb- und Stoßwaffen wie Baseballschläger, Messer und eine Machete beschlagnahmt. Auch eine Schusswaffe und Munition seien sichergestellt worden.

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Am Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofs, wo es in der Nacht zuvor schon zu schweren Zusammenstößen mit mutmaßlichen Islamisten vor einer Moschee gekommen war, sammelten sich nach Schätzung eines dpa-Fotografen mehrere Hundert Kurden. Es wurden lautstark Parolen gerufen. Mindestens ein Geschäft sei attackiert worden. Gegen 23.00 Uhr beruhigte sich die Lage wieder. An der zunächst friedlichen Demonstration durch Altona zur Sternschanze hatten insgesamt etwa 1300 Menschen teilgenommen, unter denen nach Polizeiangaben auch rund 120 Angehörige des linken Spektrums waren. Die Demonstranten forderten Unterstützung für die bedrängten Kurden in Syrien und Freiheit für Abdullah Öcalan, den Chef der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und mutmaßlich salafistischen Muslimen in der Nacht zum Mittwoch waren 14 Menschen teilweise schwer verletzt worden.

Ruhig blieb es dagegen bei einer erneuten Demonstration in Celle: 150 Menschen verschiedener Nationalitäten gingen am Mittwochabend friedlich für die Unterstützung der Kurden in Syrien auf die Straße. Bei der Demonstration war nur ein schwaches Polizeiaufgebot vor Ort nötig, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Am frühen Abend löste sich die Versammlung auf. In den vergangenen Tagen war es auch in Celle zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Vermutlich kam es zu Aggressionen, weil Kurden hinter Tschetschenen radikale Islamisten zu erkennen glaubten. Aus ganz Deutschland waren daraufhin Tschetschenen zur Unterstützung angereist. Wegen der Ausschreitungen wurde das Polizeiaufgebot in der Celle erhöht.

Kurden besetzen Gleise am Dortmunder Hauptbahnhof

Etwa 50 Kurden haben am Mittwochabend aus Protest gegen das zögerliche Eingreifen des Westens gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Dortmunder Hauptbahnhof kurzzeitig lahmgelegt. Sie besetzten die Gleise und sorgten dafür, dass der Zugverkehr vorübergehend komplett gestoppt werden musste, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Nach kurzer Zeit hätten sich die Demonstranten darauf beschränkt, zwei Gleise besetzt zu halten. Eine Stunde später habe sich die Kundgebung von alleine aufgelöst.

Weil wegen eines Notarzteinsatzes gleichzeitig die Strecke zwischen Duisburg und Essen gesperrt wurde, kam es im Ruhrgebiet zu massiven Verspätungen. In ganz Deutschland fordern Kurden im Moment mit Kundgebungen und anderen Aktionen mehr Unterstützung bei der Verteidigung der umkämpften syrisch-kurdischen Stadt Kobane im Kampf gegen den IS.

dpa/zys

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