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Panorama Aussage einer Betreuerin
 vor Gericht in Leipzig
Mehr Welt Panorama Aussage einer Betreuerin
 vor Gericht in Leipzig
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19:51 29.09.2009
Der wegen Mordes an der achtjährigen Michelle angeklagte Daniel V. im Landgericht Leipzig. Quelle: ddp
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Vor dem Mord an ihrer Tochter hätten beide Eltern Arbeit gehabt, mit dem Wegzug aus Leipzig hätten sie ihre Jobs verloren und seien nun vollständig auf staatliche Unterstützung angewiesen. An ihrem neuen Wohnort hätten sie bisher nicht Fuß gefasst, soziale Kontakte hätten sie so gut wie nicht, sagte die Betreuerin.

Die Eltern seien nach wie vor schwer traumatisiert, sie vermieden es, über Michelle zu sprechen. Ihr sechs Jahre alter Bruder habe den Tod seiner Schwester bis heute nicht richtig realisiert. Im neuen Zuhause erinnere eine Kerze auf einem kleinen Altar an Michelle. „Wir gehen den Weg, den die Familie gehen muss, dass sich ihr Leben wieder normalisiert“, sagte die Betreuerin. Aber das werde sehr lange dauern. „Ich sehe die Familie leiden.“ Die Eltern wollten jetzt, dass der Mörder ihrer Tochter so lange wie möglich weggesperrt werde.

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Wegen des Mordes an Michelle angeklagt ist der 19-jährige Daniel V. aus Leipzig. Er soll das Mädchen am 18. August 2008 unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt und dort missbraucht und getötet haben. Drei Tage später wurde die Leiche des Kindes in einem Teich in Leipzig entdeckt. Daniel V. stellte sich am 8. März der Polizei und legte ein Geständnis ab.

Ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe charakterisierte den Angeklagten am Dienstag als einen normal intelligenten jungen Mann. Er leide unter leichten Sprach- und Bewegungsstörungen und sei in seiner Kindheit oft gehänselt worden. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Dann soll bereits das Urteil fallen.

ddp