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Panorama Auftragsmörder muss lebenslang hinter Gitter
Mehr Welt Panorama Auftragsmörder muss lebenslang hinter Gitter
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17:39 23.11.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Das Landgericht Osnabrück sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige im Juli 2008 einen 38 Jahre alten Mann in dessen Wohnung im Schlaf erschossen hat. Auftraggeber war die Lebensgefährtin des Opfers und deren damaliger Liebhaber. Beide waren vor einem Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Tante des Mörders hat nach Überzeugung des Gerichts den Kontakt zu den Auftraggebern hergestellt.

Bei dem Prozess handelte es sich um einen reinen Indizienprozess, weshalb die Verteidiger in ihren Plädoyers auch Freisprüche gefordert hatten. Es habe keinerlei Spuren des Täters am Tatort gegeben. Sie bemängelten die Verwendung von Telefonverbindungen als Beweismittel. Die Einwände überzeugten das Gericht nicht. Die Richter hielten die vorgebrachten Beweise für stichhaltig.

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Aus Sicht von Beobachtern war die Reihenfolge der Prozesse um den Auftragsmord an dem Verpackungsfachmann ungewöhnlich. Denn zunächst stand nicht der Mörder selbst vor Gericht. Erst als die inzwischen rechtskräftig verurteilte Lebensgefährtin des Opfers im Sommer 2009 während der Verhandlung Angaben zur Person des Täters gemacht hatte, konnte der jetzt verurteilte Mörder festgenommen werden.

Ausgangspunkt für den Mordplan waren nach Auffassung des Gerichts erhebliche Schulden, die die Frau bei ihrem damaligen Lebensgefährten hatte. Sie hatte ihm vorgegaukelt, Erbin einer schwerreichen Mutter aus Hamburg zu sein und hatte sich damit 2005 ein Darlehen von 30.000 Euro bei ihm erschlichen. Die 32-Jährige hatte sexuelle Beziehungen zu weiteren Männern, die sie auch um beträchtliche Summen betrogen hatte. Als ihr Lebensgefährte in finanzielle Schwierigkeiten geriet, forderte er sein Geld zurück. Am Valentinstag 2008 gestand sie ihm, dass sie kein Erbe zu erwarten habe. Daraufhin verschlechterte sich die Beziehung zwischen beiden. In dieser Zeit sei der Mordplan gereift, hieß es in der Urteilsbegründung.

In beiden Prozessen schilderten Zeugen, wie ihnen die Frau vor der Tat sehr detaillierte Angaben über die Tatzeit, die Ausführung, den Täter, die Waffe und den Fluchtweg des Mörders machte. Diese Angaben deckten sich in großen Teilen mit den Ermittlungsergebnissen und führten nach der Auswertung von Telefonverbindungen auf die Spur des jetzt verurteilten Mörders.

dpa