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Panorama Aufgetauter Fisch als Frischware?
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14:36 16.07.2009
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Der Betreiber einer Großmarktkette aus Hannover will mit seiner Klage erreichen, dass er Räucherlachs in „Premium Qualität“ ohne Auftauhinweis anbieten kann. Vor Gericht argumentierte sein Anwalt, eine Kennzeichnung erwecke den Eindruck, dass es sich bei dem Fisch um minderwertige Qualität handele. Im März 2008 hatten Lebensmittelkontrolleure im Kühlregal einer Großmarktfiliale im Kreis Schwäbisch Hall den Fisch entdeckt. Wegen des fehlenden Hinweises „aufgetaut“ befürchten sie, dass der Verbraucher irregeführt wird.

„Die lebensmittelrechtliche Qualität des Fisches steht außer Frage“, erklärte der Vorsitzende Richter Richard Rudisile. „Es geht nur um die Transparenz für den Verbraucher.“ Diese beurteile sich nach der subjektiven Erwartung des Verbrauchers und dem objektiven Handelsbrauch, argumentierte der Anwalt des Klägers. Der Vertreter des Landes Baden-Württemberg forderte das Gericht auf, die Klage abzuweisen. Wenn es geschmacklich keinen Unterschied mache, ob der Fisch aufgetaut oder frisch angeboten werde, könne er doch auch tiefgefroren verkauft werden.

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Der Verkauf von gefrorenem Fisch kommt nach den Worten des Klägers jedoch nicht in Betracht, weil die Kunden der Großmarktkette - Großverbraucher aus der Gastronomie - den Fisch sofort zubereiten wollen. Die Frage der lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungspflicht habe grundsätzliche Bedeutung, sagte der Richter. Deshalb sei eine Berufung - unabhängig vom Ausgang des Verfahrens - zulässig. Die Entscheidung des Gerichts wird nächste Woche bekanntgegeben.

lni