Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Auch neues Tierschutzgesetz erlaubt Brandzeichen
Mehr Welt Panorama Auch neues Tierschutzgesetz erlaubt Brandzeichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:53 14.12.2012
Von Heike Manssen
Kurz nach ihrer Geburt werden Ferkel kastriert – meist ohne Betäubung. Quelle: dpa
Hannover

Am späten Donnerstagabend beschloss der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP eine Reform, die den ursprünglichen Entwurf deutlich entschärft hatte. So bleibt der sogenannte Schenkelbrand, das Brandzeichen bei Pferden, weiterhin erlaubt. Was viele Züchter im Pferdeland Niedersachsen freut, bringt Tierschützer auf die Barrikaden. Der niedersächsische Tierschutzbund nennt die Novelle ein „Fortbestehen von Tierqual“.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CDU) hatte versucht, den Schenkelbrand zu verbieten, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. „Es ist richtig, dass der Schenkelbrand erhalten bleibt“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) am Freitag. Allerdings sei es für ihn unverständlich, warum eine örtliche Betäubung zur Schmerzvermeidung erst 2019 verbindlich sein werde. Eine sofortige Umsetzung wäre möglich gewesen, sagte der Minister. Nach seinen Worten geht ihm die Gesetzesnovelle auch an anderer Stelle nicht weit genug. So sollte bei der Kastration von Ferkeln ursprünglich ab 2017 eine Betäubung gelten, diese Vorschrift wurde ebenfalls auf 2019 vertagt. Deutschlandweit werden jährlich rund 20 Millionen Ferkel kurz nach der Geburt kastriert, damit ihr Fleisch später nicht streng riecht oder unangenehm schmeckt.

Das Landvolk Niedersachsen warnte in diesem Zusammenhang vor einem Vorpreschen Niedersachsens: Zunächst müssten die Vorraussetzungen geschaffen werden, dass Landwirte selbst - ohne einen Tierarzt kommen zu lassen - die Betäubung auf ihren Höfen vornehmen könnten. Dabei seien auch europäische Standards nötig, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, sagte eine Sprecherin.

Für die Opposition im Landtag ist die Sache klar: „In keinem Bereich hat es einen Fortschritt im Tierschutz gegeben“, sagte Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen. Lindemann habe zwar mit seinem Tierschutzplan die Probleme gut beschrieben, doch nichts sei passiert. So gebe es beispielsweise bei der Haltung von Puten immer noch keine Mindeststandards. Auch die SPD sieht keine Verbesserung. „Schwarz-Gelb in Niedersachsen ist aufgefordert, die Belange des Tierschutzes endlich angemessen zu berücksichtigen“, sagte Birgit Honé, im Schattenkabinett von SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil zuständig für Landwirtschaft.

Auf Initiative aus Niedersachsen werden im neuen Tierschutzgesetz außerdem sogenannte Tierwohlindikatoren eingeführt. Dabei sollen Richtlinien geschaffen werden, nach denen Tierhalter beurteilen können, ob es ihren Tieren gut geht.

Der Bund will Wuchermieten mit einem neuen Mietrecht Einhalt gebieten - auch in Niedersachen. Kritiker aber sagen, das neue Mietrecht stärkt eher die Vermieter als dass es den Mietern hilft.

Saskia Döhner 14.12.2012

Viele Menschen achten darauf, was sie essen. Im aktuellen Ernährungsbericht für Deutschland steht, dass mehr Gemüse verzehrt wird. Gleichzeitig ist der Fleischkonsum weiter zu hoch. Und viele sind zu dick.

14.12.2012
Panorama Bundesstaatsanwalt übernimmt Ermittlungen - Bombe wurde von Terroristen am Hauptbahnhof Bonn abgelegt

Ist Bonn n ur knapp einer Katastrophe entgangen? Die Bombe am Hauptbahnhof ist ein Werk von Terroristen, meint die Bundesanwaltschaft und hat die Ermittlungen übernommen.

14.12.2012