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Panorama Attentäter wegen Mordes angeklagt
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14:36 12.06.2009
Einen Tag nach der Bluttat liegen Blumen neben dem Holocaust-Museum, Ein Wächter wurde dort von einem Extremisten getötet. Quelle: Tim Sloan/afp

Dem Rechtsextremisten werde offiziell Mord vorgeworfen, sagte die Chefin der Washingtoner Polizei, Cathy Lanier, am Donnerstag (Ortszeit). Die Ermittler fanden weitere Hinweise, die den Verdacht auf ein antisemitisches Motiv des greisen Angreifers bestätigen.

Bei einer Verurteilung wegen Mordes drohen dem 88-jährigen James von Brunn eine lebenslange Haftstrafe ohne Chance auf Straferlass oder sogar die Todesstrafe, wie Staatsanwalt Channing Phillips mitteilte. Dem Täter steht nach Angaben der Polizei zudem eine Anklage wegen „Waffenbesitzes mit dem Ziel, in einer Bundeseinrichtung zu töten“ bevor. Joseph Persichini von der US-Bundespolizei FBI sagte vor Journalisten, es werde untersucht, ob der Angreifer außerdem wegen eines Verbrechens mit rassistischen Motiven angeklagt werden könne.

Der bei der Tat schwer verwundete Angreifer ist den Angaben zufolge noch immer in einem kritischen Zustand und wird im Krankenhaus behandelt. Der vorbestrafte Holocaust-Leugner hatte am Mittwoch im Holocaust-Museum in Washington um sich geschossen und einen Wachmann getötet. Er unterhielt nach Erkenntnissen der Ermittler seit Jahren Verbindungen zu rassistischen und regierungsfeindlichen Gruppen.

In dem Auto des Mannes wurden handschriftliche Aufzeichnungen mit judenfeindlichem Inhalt entdeckt, wie aus einem Dokument der Ermittler hervorgeht. In den Notizen leugnet der 88-Jährige den Holocaust und beschreibt US-Präsident Barack Obama als jüdische Marionette. „Der Holocaust ist eine Lüge. Obama wurde von den Juden erschaffen“, heißt es demnach in den Papieren.

Die Notizen wurden in dem Auto gefunden, das der 88-Jährige am Mittwoch vor dem Museum geparkt hatte, bevor er in das Gebäude ging, mehrere Schüsse abfeuerte und den Wachmann tödlich verletzte. Dem Dokument der Ermittler zufolge ist der Attentäter auch der Verfasser eines Romans, in dem die US-Regierung als Instrument einer jüdischen Verschwörung beschrieben wird. In der Wohnung des Angreifers wurden demnach Munition und eine weitere Waffe gefunden.

afp

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