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Panorama Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver trennen sich
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19:58 10.05.2011
Nach 25 Jahren Beziehung gehen Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver getrennte Wege. Quelle: dpa (Archivbild)
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Blut ist dicker als Wasser: Deshalb halten sich die Sprösslinge der großen amerikanischen Familien – ob sie nun Ford, Bush oder Clinton heißen – an bestimmte Regeln. Die Firma oder das Parteibuch zu wechseln, kommt nicht infrage. Undenkbar etwa, dass William Clay Ford Junior das Lebenswerk seines Urgroßvaters Henry Ford an General Motors verkauft. Präsidenten und Gouverneure aus dem Hause Bush sind stets Republikaner, und Hillary Clinton konnte es selbstverständlich nur in der Demokratischen Partei ihres Mannes Bill bis zur Außenministerin bringen.

Ausgerechnet eine echte Kennedy brach 1986 mit diesem familiären Traditionsbewusstsein. Maria Shriver, eine Nichte des legendären demokratischen Präsidenten John F. Kennedy, heiratete mit dem Schauspieler Arnold Schwarzenegger einen bekennenden Republikaner. Ihre Ehe steht nun nach 25 Jahren vor dem Aus. „Zurzeit leben wir getrennt, während wir an der Zukunft unserer Beziehung arbeiten“, sagte das Paar der „Los Angeles Times“. Die gemeinsame Villa hat Shriver bereits verlassen.

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Schwarzenegger und Shriver haben sich bei einem Tennisturnier 1977 erstmals getroffen. Sie fanden trotz der völlig verschiedenen geografischen, politischen und beruflichen Herkunft zueinander.

Die Journalistin Maria Shriver ist die Tochter von Eunice Kennedy und Sargent Shriver. Ihr Großvater mütterlicherseits ist Joseph P. Kennedy, der gemeinhin als Begründer der Kennedy-Familie gilt, weil er auch John, Robert und Ted zeugte. Ihre Familie war nach den Morden an John 1963 und Robert 1968 geradezu traumatisiert, versuchte aber, wieder an die Tröge der Macht zu gelangen. Shrivers Vater Sargent scheiterte jedoch 1972 im Kampf um die Vizepräsidentschaft an der Seite eines gewissen George McGovern. Im Jahr 1980 verpasste Ted Kennedy den Einzug ins Weiße Haus bereits bei den demokratischen Vorwahlen. Während sich also Shrivers Onkel „Teddy“ an der Nachfolge seines Bruders John Fitzgerald die Zähne ausbiss, gewann mit Ronald Reagan ein Konservativer, dem auch Schwarzenegger gerne die Hand drückte.

Der zugewanderte Österreicher hatte es vom Steroide schluckenden „Mister Universum“ zu einem gut bezahlten Schauspieler gebracht und viel Geld mit Immobilien verdient. Spätestens seit er 1990 vom damaligen amerikanischen Präsidenten George Bush zum Vorsitzenden des nationalen Rates für Fitness und Sport ernannt wurde, war klar, für welche Partei der Muskelmann mit dem breiten Akzent eines Tages die politischen Reden schwingen würde, falls er denn eine politische Laufbahn einschlüge.

Doch der politische Gegensatz trat zunächst in den Hintergrund. Die Presse sah den heute 63-jährigen Schwarzenegger eher wegen seiner anspruchslosen Filme als Fremdkörper in der intellektuellen Familie: „Der Barbar wird Mitglied des Kennedy-Clans“, titelte eine Zeitung zur Verlobung der beiden 1985 in Anspielung auf Schwarzeneggers „Conan“-Filme. In der Tat waren seine Rollen zuerst archaisch („Hercules in New York“), dann futuristisch („Terminator“) und schließlich lustig („Kindergarten Cop“). Kaum jemals vermittelten sie dem Zuschauer eine tiefere, geschweige denn politische Botschaft, sodass Schwarzeneggers Schauspielkarriere keinen familiären Streit ausgelöst haben dürfte. Seine Herkunft aus dem erzkatholischen Österreich passte indes zur Kennedy-Familie, die mit John F. Kennedy den bis heute einzigen katholischen US-Präsidenten stellte.

Bei der Hochzeit im April 1986 auf dem Kennedy-Anwesen in Hyannis Port auf Cape Cod wurde sogar der Luftraum gesperrt, um der Familie etwas Privatsphäre zu ermöglichen. Trotzdem tauchte das ungleiche Paar in regelmäßigen Abständen in den Boulevardblättern auf – manchmal ging es dort auch um mögliche Affären des Actionstars. In der Öffentlichkeit bemühten sich Schwarzenegger und Shriver jedoch stets um das Bild eines normalen Promipaares mit vier Kindern – von denen die älteste Tochter heute 21 Jahre alt ist – und zwei Jobs.

Ihre Arbeit als TV-Journalistin gab die heute 55-jährige Shriver erst auf, als Schwarzenegger 2003 für das Amt des kalifornischen Gouverneurs kandidierte. Es war ein großer Vertrauensbeweis, denn zur gleichen Zeit tauchten auch Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn auf. Schwarzenegger dementierte, räumte aber ein, sich als Hollywoodstar manchmal schlecht benommen zu haben.

Mit dem Segen zumindest einer Kennedy stand ihm der Weg offen, um vom „Terminator“ zum „Governator“ zu werden. Doch der politische Schulterschluss hielt nicht. Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 unterstützte Schwarzenegger den republikanischen Kandidaten John McCain. Maria Shriver hingegen setzte sich für Barack Obama ein. Es war das politische Vorzeichen für die eheliche Zerrüttung, die mit der Trennung endete. Zwei Wochen nach ihrer Silberhochzeit.

Sören Hendrik Maak