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Panorama Arbeitsunfall bei Entladung der „Flaminia"
Mehr Welt Panorama Arbeitsunfall bei Entladung der „Flaminia"
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18:35 05.11.2012
Von Saskia Döhner
Während der Entladung des havarierten Containerschiffs „Flaminia" kam es am Montag zu einem Unfall, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Quelle: dpa
Wilhelmshaven

Ein 42-jähriger Lastwagenfahrer ist am frühen Montagmorgen bei Bergungsarbeiten an dem havarierten Schiff „MSC Flaminia“ in Wilhelmshaven schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, war der Mann mit seinem Reinigungsfahrzeug in einen gesperrten Bereich des Jade-Weser-Ports gefahren. Dabei stieß er mit dem Führerhaus des Lastwagens gegen einen 26 Tonnen schweren Container, den ein Kran gerade von dem Frachter lud. Obwohl der Lkw-Fahrer noch abbremste, konnte der Zusammenstoß nicht verhindert werden. Das Führerhaus wurde durch die Wucht des Aufpralls zerstört, der Fahrer wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Der Kranführer erlitt einen Schock. Beamte ermitteln jetzt, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Nähere Angaben etwa zur Herkunft des 42-Jährigen oder zu seinem Arbeitgeber konnte die Polizei nicht machen.

Seit Ende September wird die „Flaminia“ im Jade-Weser-Port entladen. Wie Ulrike Windhövel, Sprecherin des Havariekommandos in Cuxhaven, sagte, sind mittlerweile alle warmen und glühenden Container von Bord. Zwischenzeitlich hatten sich mit Papierrollen befüllte Container auf dem Schiff wiederholt selbst entzündet. Wie lange die Entladung insgesamt noch dauern wird, ist unklar. Verantwortlich für die Bergungsarbeiten ist ein holländisches Unternehmen.

Vor vier Monaten war der unter deutscher Flagge fahrender Frachter bei den Azoren nach Explosionen in Brand geraten. Unter den 2800 Containern waren auch 151 mit Gefahrgut. Zwei Seemänner kamen ums Leben. Monatelang war der brennende Frachter übers Meer geirrt, weil sich mehrere Länder geweigert hatten, einen Nothafen zur Verfügung zu stellen. Schließlich war die „Flaminia“ vor Helgoland auf Reede gegangen und dann nach Wilhelmshaven geschleppt worden. Der Frachter gehört der Reederei NSB in Buxtehude.

Umweltschützer, Politiker und Reeder hatten die Odyssee der „Flaminia“ massiv kritisiert. Sie nannten es einen „Skandal“, das kein Land das Geisterschiff zunächst aufnehmen wollte. Am morgigen Mittwoch will das Havariekommando ausführlicher über die Bergungsarbeiten an der „Flaminia“ berichten.

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