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Panorama „Arbeit macht frei“-Inschrift von KZ wiedergefunden
Mehr Welt Panorama „Arbeit macht frei“-Inschrift von KZ wiedergefunden
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18:21 21.12.2009
Die insgesamt fünf Meter lange Inschrift wurde in einem Privathaus entdeckt. Quelle: AFP
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Wie ein Sprecher der Polizei im südpolnischen Krakau in der Nacht zu Montag mitteilte, wurden fünf Männer im Alter von 20 bis 39 Jahren am späten Sonntagabend im Norden Polens festgenommen. Die Inschrift „Arbeit macht frei“ sei in drei Teile zerlegt gefunden worden.

Die insgesamt fünf Meter lange Inschrift sei in einem Privathaus entdeckt worden, sagte der Polizeisprecher. Weitere Einzelheiten teilte er zunächst nicht mit. Der aus Eisen geformte Schriftzug war am frühen Freitagmorgen entwendet worden. Der Diebstahl hatte in Polen, Israel, Deutschland sowie jüdischen Gemeinden weltweit Empörung ausgelöst.

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Der gestohlene Schriftzug wurde noch am Freitag durch eine Kopie ersetzt. Die Auschwitz-Gedenkstätte und andere Institutionen setzten eine Belohnung von fast 30.000 Euro für jeden Hinweis aus, der zum Wiederauffinden des Schriftzugs und der Täter führe. Zur Aufklärung des Diebstahls hatte die polnische Polizei unter anderem die Grenzkontrollen verschärft.

Den Schriftzug aus Eisen fertigten Gefangene des Lagers auf Befehl der Nazis an. Er hing am Eingang des sogenannten Stammlagers in Auschwitz. Die Nationalsozialisten erbauten das Lager neun Monate nach dem Einmarsch in Polen 1939, um polnische Widerstandskämpfer zu inhaftieren. Später wurde das Lager um das drei Kilometer entfernte Vernichtungslager Birkenau erweitert.

Im NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen, davon eine Million Juden, systematisch umgebracht. Die zynische Inschrift „Arbeit macht frei“ versinnbildlicht die menschenverachtende Ideologie der Nazis. Auschwitz wurde im Januar 1945 von der sowjetischen Armee befreit.

Diebe offenbar keine Neonazis

Der Diebstahl des berüchtigten Schriftzugs „Arbeit macht frei“ vom Eingangstor des früheren NS-Konzentrationslagers Auschwitz wurde nach Angaben der polnischen Polizei offenbar nicht von Neonazis verübt. Nach den bisher vorliegenden Informationen gehöre keiner der fünf festgenommenen Verdächtigen einer rechtsextremen Gruppe an, sagte der Polizeichef der Region Krakau, Andrzej Rokita, am Montag. Die Verdächtigen seien bereits vorbestraft, teils wegen Diebstahls, teils wegen tätlichen Angriffs.

AFP

20.12.2009
Gabriele Schulte 20.12.2009