Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Anglikanischer Bischof Williams entschuldigt sich bei Katholiken
Mehr Welt Panorama Anglikanischer Bischof Williams entschuldigt sich bei Katholiken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:22 04.04.2010
Erzbischof von Canterbury: Dr. Rowan Willams.
Erzbischof von Canterbury: Dr. Rowan Willams. Quelle: dpa
Anzeige

Der Erzbischof von Canterbury hatte zuvor für Aufregung gesorgt, weil er in einem Interview mit dem Sender BBC in ungewöhnlich drastischen Worten gesagt hatte, Irlands katholische Kirche habe durch den Missbrauchsskandal „all ihre Glaubwürdigkeit“ verloren.

Williams hatte sich dem Sender zufolge zum ersten Mal überhaupt zu dem Skandal geäußert, der seit Jahren die irische katholische Kirche erschüttert. Jahrzehntelang sollen Kinder von Priestern und Mitarbeitern misshandelt und missbraucht worden sein. Die Aufdeckung der Taten sei für ganz Irland ein „kolossales Trauma“, sagte Williams in dem Gespräch, das am Ostermontag ausgestrahlt werden sollte.

Nachdem ihn sogar Angehörige seiner eigenen Konfession für die Aussagen kritisiert hatte, ruderte Williams zurück. Er habe den katholischen Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, angerufen und „sein tiefes Bedauern und seine Reue für die Schwierigkeiten, die er ausgelöst haben könnte“ ausgedrückt, sagte eine Sprecherin. Williams habe nicht die katholische Kirche Irlands als Ganzes angreifen wollen. Er erkenne an, dass die Kirche Irlands weiterhin unermüdlich daran arbeite, den Missbrauchs-Skandal aufzuklären.

Erzbischof Martin hatte schockiert auf Williams Aussagen reagiert. Die Anschuldigungen erschütterten die Menschen, die derzeit dafür kämpften, dass die Missbrauchsfälle aufgedeckt und die Täter bestraft würden. Er wolle in Zukunft weiterhin für die Ökumene eintreten. Auch der anglikanische Erzbischof von Dublin, John Neill, kritisierte seinen direkten Kollegen Williams. Er habe von dessen Aussagen „mit tiefem Bedauern“ gehört. Er selber werde die Aufklärungsarbeit der katholischen Kirche weiter unterstützen.

dpa