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Panorama Angeklagter in Hildesheimer Missbrauchsfall legt Geständnis ab
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13:42 19.11.2012
Hildesheim

Ein 22-Jähriger hat am Montag die sexuellen Übergriffe auf drei Mädchen und einen Jungen in Schwimmbädern gestanden. Der junge Mann, der in der Psychiatrie untergebracht ist, muss sich vor dem Landgericht Hildesheim wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Dem Arbeitslosen wird vorgeworfen, im Hildesheimer Schwimmbad „Wasserparadies“ eine Neunjährige unter einem Vorwand in eine Umkleidekabine gelockt und dort missbraucht zu haben. Ein weiterer Tatort war laut Anklage das Freibad in Bockenem.

In zwei Fällen blieb es bei Missbrauchsversuchen, einmal konnte sich das Mädchen wehren, ein anderes Mal - im Freibad - war der Bruder des Opfers eingeschritten. Neben den Schwimmbädern gab es auch einen weiteren Tatort, den das Gericht zum Schutz der sechs bis zehn Jahre alten Opfer nicht bekanntgibt.

Zum Prozessauftakt verbarg der schmächtige Angeklagte sein Gesicht. Das Gericht schloss vor dem Verlesen der Anklageschrift die Öffentlichkeit aus, weil der 22-Jährige möglicherweise vermindert schuldfähig oder schuldunfähig ist. Er saß zunächst in Untersuchungshaft, wurde aber bald darauf in der Psychiatrie untergebracht.

Die Übergriffe hatten im vergangenen Sommer für große Beunruhigung gesorgt. Eltern wussten nicht, ob sie ihre Kinder noch allein ins Schwimmbad gehen lassen sollten. Die Polizei stufte den mutmaßlichen Serien-Sextäter als gefährlich ein. Der Mann konnte bereits kurz nach den Taten gefasst werden. Die Ermittler hatten mit einem im „Wasserparadies“ aufgenommenen Foto eine Fahndung eingeleitet.

Der Angeklagte, der zuletzt in Bockenem lebte, war schon als 15-Jähriger wegen eines Übergriffs auf ein Mädchen aufgefallen. Damals gab es eine jugendrichterliche Ermahnung im Amtsgericht Hildesheim. Im Einvernehmen mit dem behandelnden Kinderpsychologen wurde auf eine weitere Verfolgung und Bestrafung verzichtet, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft damals erläuterte.

Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 26. November gesprochen. Das Mindest-Strafmaß bei einer Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern liegt bei zwei Jahren Freiheitsstrafe.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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