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Panorama Angeklagter bestreitet, Mitbewohner zerstückelt zu haben
Mehr Welt Panorama Angeklagter bestreitet, Mitbewohner zerstückelt zu haben
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16:57 07.12.2010
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Der Angeklagte hat seinen Mitbewohner erschlagen, zerstückelt und in Plastiktüten verpackt an Bahnhöfen entsorgt. Davon ist die Staatsanwaltschaft Stade überzeugt und wirft dem 54-Jährigen Totschlag vor. Dieser bestreitet die Tat jedoch. Er habe seinen Mitbewohner in der Nacht zum 21. Mai in der gemeinsamen Wohnung in Buchholz nicht getötet, ließ der Türke beim Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht schriftlich über seinen Verteidiger erklären.

Ein unbekannter Mann und eine Frau seien die Täter. Als er nach Hause gekommen sei, hätten die beiden mit Messern in der Hand in der Wohnung gestanden. „Die Leiche war bereits zerteilt und in Tüten verpackt“, las der Anwalt vor. Sein Mandant habe dann mithelfen müssen, die Körperteile zu beseitigen. Die Beutel mit dem grausigen Inhalt waren Anfang Juni an den Bahnhöfen Harburg und Buchholz in der Nordheide entdeckt worden.

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Der Angeklagte vermutet eine Beziehungstat: „Ich bin davon überzeugt, dass die Tötung mit Frauengeschichten zusammenhängt.“ Sein 50-jähriger Landsmann habe mit vielen Frauen gleichzeitig über das Internet Kontakt gehabt, sich auch mit ihnen getroffen und mehreren die Ehe versprochen. Nähere Angaben zu den angeblichen Tätern machte der 54-Jährige nicht und wollte auch keine Fragen der Kammer beantworten. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete seine Einlassung als „abstrus und abwegig“.

Eigenen Angaben zufolge befand sich der Angeklagte nach dem Verbrechen in einem Schockzustand. Er habe zudem große Angst vor den Tätern gehabt. Deshalb habe er nicht die Polizei alarmiert und sich seltsam verhalten.

Am Morgen des Tages, an dem ein Fußgänger die ersten Leichenteile am Harburger Bahnhof entdeckte, wurde der Angeklagte nur einige hundert Meter entfernt mit Stichverletzungen am Hals gefunden. „Ich habe das selbst gemacht, ich wollte nicht mehr leben“, ließ der 54-Jährige dazu erklären. Der grauhaarige, schlanke Mann war im dunklen Trainingsanzug vor Gericht erschienen.

Er und das Opfer kannten sich seit längerer Zeit und teilten sich eine Wohnung. Nach Auffassung der Anklage war ein Streit um Geld Auslöser der Tat. Das bestritt der 54-Jährige vehement: Es habe nie Probleme gegeben, betonte er.

Der Sohn des Getöteten erzählte jedoch als Zeuge, der Angeklagte habe seinem Vater in den Monaten vor dem furchtbaren Verbrechen Geld gestohlen. Der 22-Jährige ist in dem Prozess zudem Nebenkläger.

Eigentlich hatte die Kammer zunächst nur Termine bis Ende Januar anberaumt. Der Vorsitzende Richter Berend Appelkamp erklärte nach der Einlassung des Angeklagten aber bereits, der Prozess werde wahrscheinlich viel länger dauern. Denn das Gericht wolle die Frauen aus der Türkei, mit denen das Opfer Kontakt hatte, persönlich im Gerichtssaal hören.

dpa