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Panorama An der Oder wird auf die Flut gewartet
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10:56 21.05.2010
Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Donnerstag am Ufer des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder in Frankfurt (Oder) eine mobile Hochwasserschutzwand.
Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Donnerstag am Ufer des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder in Frankfurt (Oder) eine mobile Hochwasserschutzwand. Quelle: dpa
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Die Menschen im Osten am Grenzfluss Oder warten auf die Flut. Im polnischen Miedonia lag der Pegelstand am Donnerstag deutlich niedriger als am Vortag. In Brandenburg wird deshalb erst am Samstag mit einer ersten Flutwelle gerechnet. Eine zweite Welle wird es nach Pfingsten geben, beide sollen aber niedriger als bei der Jahrhundertflut 1997 sein. Zudem sind seitdem die Deiche deutlich verstärkt worden. Auch die Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden hat sich verbessert.

Die Hochwasserlage in Warschau bleibt derweil unter Kontrolle. Der Pegel der Weichsel stieg am Freitagmorgen auf 7,24 Meter und damit weit über den Alarmwert von 6,50 Metern, doch die Deiche hielten den Wassermassen vorerst stand. Rund 400 Feuerwehrleute waren auch in der Nacht im Einsatz, um die Dämme zu verstärken. Soldaten halfen mit.

Als besonders gefährdet gilt der Warschauer Tierpark am rechten Flussufer. Dutzende Warschauer, darunter auch Kinder, halfen den Rettungskräften bei der Errichtung einer Sperre aus Sandsäcken. „Wir müssen die Tiere retten“, sagte ein Teilnehmer der Aktion dem Fernsehsender TVPInfo.

Für Freitagabend wurde in Warschau mit dem Hochwasserscheitel gerechnet. Der Pegel soll dann auf 7,80 Meter steigen und damit einen Rekordstand der Nachkriegszeit erreichen. Als kritisch gilt ein Wert von acht Metern.

Auch Breslau bereitete sich auf den Hochwasserscheitel vor, der die niederschlesische Metropole am Samstagmorgen erreichen soll. Die Flutwelle bewege sich wegen der Flutung von Poldern langsamer als erwartet, sagte ein Sprecher des Krisenstabes. Im Gebiet um Oppeln in Schlesien standen rund 100 Ortschaften unter Wasser.

dpa