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Panorama Amy Winehouse wird freigesprochen
Mehr Welt Panorama Amy Winehouse wird freigesprochen
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16:26 24.07.2009
Die britische Sängerin Amy Winehouse vor dem Gericht am Freitag in London. Quelle: Shaun Curry/afp
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Die Staatsanwaltschaft hatte Winehouse beschuldigt, im vergangenen September einen weiblichen Fan nach der Bitte um ein Foto geschlagen zu haben. Die Künstlerin, die zuvor bereits wiederholt mit Skandalen für Schlagzeilen sorgte, hatte dies zurückgewiesen. Nach ihrer Darstellung hatte sie sich von der jungen Frau bedrängt gefühlt und diese lediglich weggeschubst.

Der Richter sagte am Freitag laut „Daily Mirror“: „Nach Aussage aller Zeugen kann ich nicht sicher sein, dass dies nicht ein Unfall war.“ Winehouse betonte bei Verlassen des Gerichts: „Ich bin erleichtert.“ Zur Urteilsverkündung war sie erneut betont seriös im schwarzen Minirock mit weißer Bluse, grauer Kostümjacke und Perlenkette erschienen. Zahlreiche Reporter und Kameraleute erwarteten sie.

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Am Vortag hatte Staatsanwalt Lyall Thompson der Sängerin vorgehalten, sie habe die Tänzerin nach einer Wohltätigkeitsveranstaltung in London mit „ungerechtfertigter Gewalt“ attackiert. Winehouse sei von der Frau nach einem Auftritt „höflich“ in einer Garderobe um ein Foto gebeten worden, sagte Thompson. Die Grammy-Gewinnerin habe nach anfänglichem Zögern auch zugestimmt.

Als dann allerdings ein angetrunkener Freund der Tänzerin versucht habe, mit auf das Foto zu kommen, habe Winehouse dem weiblichen Fan aufs rechte Auge geschlagen. Es handle sich um einen vorsätzlichen Angriff, betonte der Staatsanwalt. Offenbar habe Winehouse während des Vorfalls unter dem Einfluss von Alkohol „oder einer anderen Substanz“ gestanden.

Die Grammy-Gewinnerin („Rehab“) wehrte sich gegen die Vorwürfe. Nach ihrer Darstellung hatte sie die Tänzerin und ihren Freund lediglich um einen Augenblick Geduld gebeten, da sie zunächst eine Freundin verabschieden wollte. Ungeachtet dessen habe die Tänzerin jedoch versucht, den Arm um sie zu legen. „Ihr Freund fing an zu fotografieren. Ich dachte mir, habe ich hier auch noch eine Wahl?“, sagte Winehouse britischen Zeitungsberichten zufolge aus.

Sie habe sich durch die Tänzerin eingeschüchtert gefühlt und diese weggedrückt. „Ich wollte nur weg, ich hatte Angst“, betonte sie. Die Tänzerin sei viel größer als sie selbst, hob Winehouse weiter hervor. „Die Haare täuschen etwas“, sagte sie mit Blick auf ihre typische Bienenkorbfrisur. „Und zu dieser Zeit war ich auch untergewichtig“, fügte sie hinzu. Das mutmaßliche Opfer der Attacke sagte aus, sie habe nach dem Angriff angefangen zu weinen. „Ich war schockiert. Ich konnte mein Auge eine zeitlang nicht öffnen“, betonte die Frau.

Der Anwalt von Winehouse, Patrick Gibbs, sagte laut „Sun“, viele Zeugen hätten übereinstimmend ausgesagt, dass es keine Attacke gegeben habe. In diesem Fall sei wohl einzig der Stolz der Tänzerin verletzt worden, die vor Freunden und Kollegen womöglich eine schlechte Figur gemacht habe, sagte Gibbs.

Für Winehouse war es der zweite wichtige Gerichtstermin innerhalb von nur acht Tagen: Erst Donnerstag vergangener Woche wurde am High Court in London ihre turbulente und von Drogenskandalen überschattete Ehe mit ihrem Mann Blake Fielder-Civil nach gut zwei Jahren geschieden. Beide waren zu diesem Gerichtstermin nicht erschienen.

In der Vergangenheit hatte die Grammy-Gewinnerin bereits wiederholt Ärger mit der Justiz. Im April 2008 kam die Sängerin nach einem tätlichen Angriff auf zwei Männer mit einer Verwarnung davon. Nur einen Monat später wurde sie wegen des Verdachts des Drogenbesitzes festgenommen und verhört.

ddp