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Panorama Alter schützt nicht vor Berichterstattung
Mehr Welt Panorama Alter schützt nicht vor Berichterstattung
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11:02 01.03.2012
Foto: Wilson Gonzalez (l.) und Jimi Blue Ochsenknecht müssen Berichte über eine nächtliche Randaletour hinnehmen.
Wilson Gonzalez (l.) und Jimi Blue Ochsenknecht müssen Berichte über eine nächtliche Randaletour hinnehmen.  Quelle: dpa
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Karlsruhe

Die damals 16 und 18 Jahre alten Jungschauspieler Jimi Blue und Wilson Gonzalez Ochsenknecht waren in der Nacht auf den 1. Mai 2008 dabei beobachtet worden, wie sie mit einer Gruppe von Freunden Fahrräder traktierten, Blumen aus einem Blumenbeet herausrissen sowie den Telefonhörer in einer Telefonzelle abrissen. Die Polizei nahm ihre Personalien auf; es wurde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die „Sächsische Zeitung“ hatte in ihrer Internet-Ausgabe unter der Überschrift „Polizei schnappt Ochsenknecht-Söhne“ über den Vorfall berichtet. Wie das Bundesverfassungsgericht nun entschied, ist diese Berichterstattung vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt (1 BvR 2499/09).

Die beiden Nachwuchs-Akteure hätten selbst ihre Person in die Öffentlichkeit gestellt und dabei „ein Image als ‚Junge Wilde‘ gepflegt und ihre Idolfunktion kommerziell ausgenutzt“. Auch das junge Alter schütze nicht vor einer Berichterstattung, urteilten die Richter. Es sei zu berücksichtigen, „dass die Presse zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht grundsätzlich auf eine anonymisierte Berichterstattung verwiesen werden kann“.

Zuvor hatten die Zivilgerichte in zwei Instanzen die Berichterstattung untersagt. Die Verfassungsrichter hoben die Urteile auf und verwiesen die Fälle zurück an das Landgericht Hamburg.

dpa

Dirk Schmaler 02.03.2012
29.02.2012