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Panorama Al Martino im Alter von 82 Jahren gestorben
Mehr Welt Panorama Al Martino im Alter von 82 Jahren gestorben
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14:22 14.10.2009
Al Martino
Al Martino Quelle: ddp
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Wie ein langjähriger Freund Jerry Blavat bestätigte, starb Al Martino am Dienstag im Alter von 82 Jahren in einem Vorort von Philadelphia. „Es ist verrückt“, sagte Discjockey Blavat dem „Philadelphia Inquirer“, „am Montag noch haben wir gemeinsam zu Abend gegessen, und nun ist er tot“.

Der italienischstämmige Schmusesänger landete 1952 mit „Here In My Heart“ seinen ersten großen Hit. Der Song war im gleichen Jahr auch die erste Nummer Eins in der neu geschaffenen britischen Hitparade. Weitere Welterfolge waren „Spanish Eyes“ aus dem Jahr 1965, seine Version des Dean-Martin-Stücks „Volare“ und „Can’t Help Falling in Love“. 1972 spielte Martino an der Seite von Marlon Brando den Nachtklubsänger Johnny Fontane in Francis Ford Coppolas Mafiafilm „Der Pate“, in dem er auch den Titelsong „Speak Softly Love“ interpretierte.

Martino kam 1927 unter dem Namen Alfred Cini als Sohn italienischer Einwanderer in Philadelphia zur Welt. Er arbeitete zunächst als Maurer im Familienbetrieb seines Vaters. Mit 15 Jahren lief er dann von zu Hause weg und heuerte bei der US-Marine an. Sein Durchbruch kam, als ihm sein Kindheitsfreund, der mittlerweile gefeierte Operntenor Mario Lanza, die Aufnahme von „Here In My Heart“ überließ.

1993 erschien das von Dieter Bohlen produzierte Al-Martino-Album „The Voice To Your Heart“. Als romantischer Bariton feierte Martino auch nach der Jahrtausendwende noch Erfolge. Bejubelt war sein Auftritt im Jahr 2002 auf dem Opernball in Frankfurt am Main. Eine für 2007 geplante Deutschland-Tournee zusammen mit dem deutschen Volksmusiker Heino zugunsten krebskranker Kinder kam allerdings nicht mehr zustande.

Um den Sänger wurde es still, wie er Anfang des Jahres gegenüber der „New York Times“ beklagte. „Ich kann meine Platten in den Läden nicht mehr verkaufen - alles ist jetzt Online, und ich habe keinen Zugang mehr zu jüngeren Zuhörern“, sagte er. Dies, so fand er, sei vor allem für die jüngere Generation schade: „Wie sollen die Kids in 20 oder 30 Jahren noch romantische Gefühle aufbringen?“

afp