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Panorama Akropolis Museum: Von den Griechen für die Welt
Mehr Welt Panorama Akropolis Museum: Von den Griechen für die Welt
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20:19 21.06.2009
Das neue Akropolis Museum in Athen ist eröffnet (Archivbild). Quelle: Aris Messinis/afp

Die Athener konnten es kaum erwarten, endlich ihr neues Akropolis Museum in Besitz zu nehmen: Als sich am Sonnabend rund 400 Staatsgäste aus zahlreichen Ländern, Prominente aus Politik und Kultur zur feierlichen Eröffnung versammelten, standen Tausende Menschen auf den umliegenden Straßen und sahen erwartungsvoll hinauf zu der hell erleuchteten Fassade dieses Baus, der in der Athener Betonwüste wie ein gerade gelandetes Raumschiff wirkt.

Auch für jene, die nicht zu den geladenen Ehrengästen gehörten, wurde die Eröffnung zu einer spektakulären Schau: Die Antike erwachte scheinbar zum Leben. In digitaler Animation bewegten sich die Statuen der Götter und Giganten über die Fassaden der umliegenden Gebäude, Seit Sonntag ist das Museum für die Öffentlichkeit zugänglich, und schon jetzt steht fest: Es ist ein Publikumsmagnet.

Mit der Fertigstellung des Museums geht ein Traum in Erfüllung, der vor 33 Jahren begann, wie Griechenlands Kulturminister Antonis Samaras in seiner Eröffnungsrede in Erinnerung rief. Ein Traum allerdings, der mehrmals zu platzen drohte. Geldmangel und immer neue Einsprüche verzögerten das Projekt. 1997 dann der erste Spatenstich – der auf ein antikes Ruinenfeld stieß. Hier kann, hier darf man nicht bauen, sagten Archäologen. Der New Yorker Architekt Bernard Tschumi hatte dann die rettende Idee: Sein Gebäude steht nicht auf konventionellen Fundamenten, sondern auf 94 Säulen über dem Grabungsfeld, das damit zum Bestandteil des neuen Museums wird. Gläserne Böden im Eingangsbereich und Erdgeschoss geben den Blick frei auf die Mauern und Mosaiken der Antike.

Die Gäste der Eröffnungsfeier, unter ihnen auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Unesco-Generaldirektor Koichiro Matsuura, erlebten bei ihrem Rundgang dieses Museum als perfekte Bühne für die grandiosen Kunstwerke von der Akropolis. Die minimalistische, klar gezeichnete Architektur von Bernard Tschumi und die raffinierte Beleuchtung, die vor allem Tageslicht nutzt, lassen die Exponate besonders hervortreten: das „Mädchen aus Chios“, dessen Gewand mit seinen Farbresten die prachtvolle Bemalung der antiken Statuen ahnen lässt; den „Knaben des Kritios“, der den Übergang von der Tradition der Kourosstatuen zur Klassik verkörpert; die Monumental-Darstellungen vom Poros-Giebel des archaischen Athena-Tempels, die den Kampf des Herakles mit Triton zeigen; und schließlich die Karyatiden, Mädchenstatuen, die das Vordach des Erechteions trugen – sie sind nun endlich aus der Enge des alten Akropolis Museums befreit.

Auf rund 14.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt das Museum mehr als 4000 Exponate. Viele davon werden nun zum ersten Mal gezeigt. Griechenlands Ministerpräsident Kostas Karamanlis nannte in seiner Eröffnungsrede das neue Museum „eine Arche, die alle Ideen zusammenführt, die der Parthenon seit der Antike repräsentiert, ein Museum der Menschheit“. Auch Kulturminister Samaras unterstrich, dass dieses Gebäude und seine Kunstwerke nicht allein den Griechen gehören sondern der ganzen Welt. Samaras begrüßte die Gäste aus aller Welt mit den Worten: „Willkommen zu Hause!“

Britische Regierungsvertreter hatten die Einladung nach Athen ausgeschlagen – wegen des Streits um die vor mehr als 200 Jahren nach London entführten Parthenonfragmente. Er beherrschte die Diskussionen am Rand der Feier. Vieles fehlt im neuen Museum. Die Karyatiden vom Erechteion stehen da in der ursprünglichen Formation, aber ein Platz ist leer – die sechste Statue steht allein im Britischen Museum. Wie groß die Lücken in der Akropolis-Sammlung sind, wird vor allem im Obergeschoss des neuen Museums deutlich, dem ganz verglasten Parthenonsaal. Hier ist der 160 Meter lange Fries des Parthenon erstmals so ausgestellt, wie er am Tempel angeordnet war. Den größten und schönsten Teil des Frieses ließ der britische Diplomat Lord Elgin vor 207 Jahren aus dem Tempel herausbrechen und nach London bringen. Die fehlenden Teile sind im Parthenonsaal neben den in Athen erhaltenen Originalstücken als Gipsabdrücke zu sehen. Die leblosen weißen Gipsabdrücke lassen die nach London verschleppten Originale besonders schmerzlich vermissen.

Die Debatte über die Rückgabe der Fragmente, um die sich die Griechen seit 1836 bemühen, bekommt damit neue Aktualität. Die von manchen gehegte Hoffnung, das Britische Museum werde zur Eröffnung des Akropolis Museums wenigstens einige Stücke als Leihgaben herausrücken, hat sich zerschlagen. Denn daran war eine Bedingung geknüpft: die Griechen sollten anerkennen, dass die Stücke rechtmäßiger Besitz der Briten seien. Diesem Vorschlag erteilte Kulturminister Samaras in seiner Eröffnungsrede eine klare Absage: „Wir sind bereit, mit dem Britischen Museum zu reden. Aber wir können nicht über die Eigentumsfrage verhandeln und damit den Raub der Stücke vor zwei Jahrhunderten nachträglich legalisieren.“

von Gerd Höhler

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