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Panorama Airbags für wackelnde CDU-Minister
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09:36 05.11.2012
Von Klaus Wallbaum
Bernd Althusmann (Mitte) hat einen oberen Listenplatz sicher, Elisabeth Heister-Neumann kommt auf Rang 19, Dirk Toepfer steht auf Platz 26, hat aber trotzdem gute Chancen. Quelle: dpa (2)/Thomas
Hannover

Wenigstens ein kleines Gerangel hatte es bisher eigentlich immer gegeben, wenn die CDU die Listen für den Landtag oder den Bundestag aufgestellt hat. Es fand sich immer jemand, der in der vom Vorstand und den Bezirksfürsten sorgsam ausgeklüngelten Reihenfolge einen Affront sah und mit einer Kampfkandidatur sein Glück versuchte. In diesem Jahr jedoch ist alles anders. Die 120 Delegierten der Landeslistenversammlung haben beide Listen, die für den Landtag und die für den Bundestag, mit übergroßer Mehrheit beschlossen. Besondere Kandidaturen gab es nicht, die Zahl der Gegenstimmen blieb klein und überschaubar.

Dabei sind wahrlich nicht alle Politiker glücklich mit ihrer Platzierung. Bei der Liste für den Landtag folgen auf Ministerpräsident David McAllister der CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Wesermarsch), die Minister Aygül Özkan (Hannover), Bernd Althusmann (Lüneburg) und Uwe Schünemann (Holzminden). Für alle außer McAllister gilt, dass ihre Wahlkreise unsicher sind, dort könnte der jeweilige SPD-Herausforderer gewinnen. In diesem Fall bräuchten sie einen guten Listenplatz, um noch in den Landtag zu kommen. Zwei Regeln gelten in der CDU nun bei der Vergabe der Rangfolge auf der Liste. Erstens geht es streng nach Bezirksproporz, zweitens sollen diejenigen, die in der Niedersachsen-CDU eine herausgehobene Funktion haben, möglichst weit oben einsortiert werden - damit ihre Chancen groß sind, nach der Wahl auch in den Landtag zu kommen.

Aber wer ist nun „herausgehoben“? Dazu herrschen in der CDU verschiedene Meinungen. Beispiel Braunschweig: Der CDU-Bezirk war der Meinung, die frühere Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann sei nicht mehr wichtig, sie könne hinten auf der Liste rangieren. Aber Heister-Neumann ist immerhin Vizevorsitzende der Niedersachsen-CDU. McAllister intervenierte - und die Juristin kam auf Rang 19.

In der Region kandidieren außerdem zwei Landesvorsitzende von CDU-Vereinigungen. Max Matthiesen (Barsinghausen) als Chef der Sozialausschüsse, Sebastian Lechner (Neustadt/Wunstorf) als Vorsitzender der Jungen Union. Gegen den Bezirksproporz werden beide nun etwas günstiger platziert - Matthiesen auf 37 und Lechner auf 28. Das sind wohl beides keine wirklich sicheren Plätze, aber beide Politiker nahmen das Ergebnis achselzuckend hin. Dirk Toepffer, Hannovers CDU-Kreischef, kommt auf Rang 26. Das ist auch nicht vielversprechend, aber er hat gute Chancen, seinen Wahlkreis direkt zu verteidigen.

Die Liste für den Bundestag wird von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (Hannover) angeführt, ihr folgen Eckart von Klaeden (Hildesheim), Michael Grosse-Brömer (Harburg), Enak Ferlemann (Cuxhaven) und Maria Flachsbarth (Hannover). Hendrik Hoppenstedt (Burgwedel) landet auf Rang 18, das kann knapp werden. Diese Liste ist nun endgültig - sollte ein Kandidat vor der Bundestagswahl im Herbst 2013 ausscheiden, rücken die anderen von hinten auf. Damit ist ausgeschlossen, dass einige CDU-Landespolitiker nach der Landtagswahl im Januar in den Bundestag umsatteln können. Zumindest könnten sie keinen vorderen Platz auf der Bundestagsliste der CDU erhalten.

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