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Panorama Ackermann erhält Preis für undemokratische Lobbyarbeit
Mehr Welt Panorama Ackermann erhält Preis für undemokratische Lobbyarbeit
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13:24 07.12.2011
Josef Ackermann erhält die „Lobbykratie-Medaille 2011" für undemokratische Lobbyarbeit.
Josef Ackermann erhält die „Lobbykratie-Medaille 2011" für undemokratische Lobbyarbeit. Quelle: dpa
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Köln/Berlin

Ackermann hatte im Juli als Vorsitzender des internationalen Bankenverbands IIF an dem Krisengipfel zum Rettungspaket für Griechenland teilgenommen. Damit habe die Bankenlobby einen bevorzugten Zugang zu Regierungschefs erhalten, der demokratischen Prinzipien entgegenlaufe, begründete die Initiative ihre Wahl. Die Eurokrise sei ein weiteres Beispiel dafür, wie Banken durch aktive Mitgestaltung die Interessen der Finanzbranche schützten.

Ein Sprecher der Deutschen Bank warf Lobby Control vor, ihr gehe es gar nicht um die Sache, „sondern lediglich darum, jemandem ein Etikett anzukleben". Er verwies in Berlin darauf, dass die Deutsche Bank in Griechenland finanziell relativ gering engagiert sei.
Sie habe daher kein gesteigertes spezifisches Eigeninteresse an einer für sie günstigen Lösung. Dennoch habe sich der Deutsche-Bank-Chef und IIF-Präsident besonders für einen freiwilligen Schuldenverzicht gegenüber Griechenland eingesetzt.

„Dies geschah auf Wunsch der demokratisch gewählten Regierung dieses Landes." Auf Wunsch der Bundesregierung habe die Deutsche Bank auch gemeinsam mit anderen deutschen Instituten versprochen, griechische Staatsanleihen nicht zu verkaufen. Dies habe die Deutsche Bank in diesem Jahr 400 Millionen Euro an Abschreibungen gekostet.

dpa

07.12.2011
Klaus Wallbaum 07.12.2011