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Panorama Abschied von den Jemen-Opfern
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19:46 23.06.2009
Ein mit Blumen geschmücktes Foto erinnert an die beiden getöteten Studentinnen Anita G. und Rita S. Quelle: Nigel Treblin/ap/ddp

Ein Auslandspraktikum ist den beiden Frauen zum Verhängnis geworden. Möglicherweise haben sie in dem muslimischen Land missioniert.

Ein Bild der beiden Frauen, wie sie sich lachend umarmen, steht vor den zwei weißen Särgen, die vor dem Altarraum aufgebahrt sind. In der ersten Reihe sitzen die Eltern, Geschwister und enge Freunde der Familien der beiden Ermordeten, die aus Kasachstan stammen. „Niemand kann es fassen, niemand kann es verstehen“, sagt Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke. Er ist sichtlich bewegt. „Beide gingen in bester Absicht und mit Idealismus im Herzen – um den Menschen in den ärmeren Regionen zu helfen“, sagt der Oberbürgermeister.

„Es macht mich sprachlos, ich kannte die Mädchen“, raunt Gottesdienst-Besucherin Irene Liebhart (63). Sie verfolgt den Gottesdienst im lichtdurchfluteten Foyer der Kirche, wo auch 1000 trauern, viele weinen. Der Gottesdienst wird hier auf Monitoren übertragen. Im Innenraum wird derweil ein Bibel-Zitat aus dem Johannes-Evangelium an die Wand projiziert: „Ich bin die Auferstehung und das Leben – wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“

Der 60-köpfige Chor singt Kirchenlieder, vor allem junge Gemeindemitglieder gestalten den Gottesdienst. Gefühlvoll erinnern sich acht Mitschüler aus der Bibelschule in Lemgo, wo die beiden Mädchen seit 2006 studiert hatten: „Danke, dass du bei uns warst, du hast uns sehr bereichert“, sagen sie und zeichnen ein Bild von zwei sehr offenen und lebensbejahenden jungen Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht hätten, anderen zu helfen. So leitete Rita S. in der Immanuelgemeinde und der Bibelschule, die einer der größten evangelikalen Einrichtungen im deutschsprachigen Raum ist, Sportgruppen. Sie war begeisterte Turnerin beim VfL Wolfsburg und Schulsprecherin. „Sie war ein Energiebündel“, sagt Bibelschul-Leiter Matthias Rüther.

Anita G. hingegen sei eher ruhiger gewesen. Sie arbeitete im Wolfsburger Kinderklinikum, absolvierte ein freiwilliges soziales Jahr in Mocambique und Malawi. „Du hast geholfen, wo Hilfe nötig war“, sagen ihre Freunde. „Sie waren zwei ganz außergewöhnliche Menschen, die Gott liebten und die Menschen“, sagt der Schulleiter. Johann Dockter, Leiter der Immanuelgemeinde findet „es einfach unfassbar, was den beiden geschah“. Er richtet sich an die Familien: „Es ist beeindruckend, dass in euch keine Rachegefühle sind.“ Die Gemeinde verliere mit Rita S. und Anita G. zwei „wertvolle Diamanten“. Nach dem anderthalbstündigen Gottesdienst bringt ein heller Wagen die beiden Särge nach Wettmershagen im Landkreis Gifhorn. Dort, im Heimatort der beiden, findet die Beisetzung im Familienkreis statt – und auch hier trauern 1000 Gäste um die beiden Mädchen, die im Jemen sterben mussten.

von Claudia Jeske und Anita Pöhlig

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