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Panorama AKW Emsland nach Zwischenfall vom Netz
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16:46 03.04.2015
Das Atomkraftwerk Emsland ging 1988 ans Netz.
Das Atomkraftwerk Emsland ging 1988 ans Netz. Quelle: dpa
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Lingen

Nach einem Zwischenfall ist das Atomkraftwerk Emsland in Lingen am Karfreitag abgeschaltet worden. Grund sei eine durch Messgeräte festgestellte Kleinstleckage, teilten der Betreiber und das niedersächsische Umweltministerium in Hannover mit. Radioaktivität sei dabei aber nicht ausgetreten. Zunächst hatte es nur geheißen, der Reaktor werde zur Fehlersuche vom Netz genommen. Das Atomkraftwerk Emsland ging 1988 ans Netz, es wird von den Energiekonzernen RWE und Eon betrieben.

Nach Angaben von RWE befinde sich die Leckage vermutlich an einer sogenannten Probenahmeleitung des Primärkreises. „Mit der Vorrichtung wird kontinuierlich der Borgehalt im Reaktorkühlmittel überwacht“, hieß es weiter. Die Raumüberwachung habe im betroffenen Bereich des Kraftwerks eine „leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit“ angezeigt. Eine endgültige Ursachenklärung sowie daraus resultierende Maßnahmen könnten aber nur im abgeschalteten, drucklosen Zustand erfolgen.

Bis wann der Reaktor abgeschaltet und vom Netz getrennt bleibt, konnte zunächst niemand prognostizieren. „Über das weitere Vorgehen wird in Abstimmung mit dem Umweltministerium entschieden“, sagte ein Behördensprecher auf Anfrage. RWE betonte, es stehe noch nicht fest, ob das Vorkommnis überhaupt meldepflichtig sei. In Niedersachsen sind derzeit noch zwei Atomkraftwerke am Netz: die Meiler Emsland in Lingen und Grohnde in Emmerthal bei Hameln. Das Kraftwerk Emsland soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

Proteste gegen AKW und Brennelementefabrik

Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich Proteste gegen den Betrieb des Kraftwerks Emsland und der benachbarten Brennelementefabrik ausgeweitet. Ein Ende November auf den Weg gebrachter Appell zur Schließung der Anlagen wird nach Angaben von Bürgerinitiativen mittlerweile von 120 Organisationen und Verbänden getragen. In ihrer Resolution beklagen die Umweltschützer, dass das AKW noch bis 2022 weiterlaufen darf. Die Brennelementefabrik habe sogar eine zeitlich nicht befristete Betriebsgenehmigung. Beide Atomanlagen in Lingen seien inzwischen altersschwach.

In der vom französischen Konzern Areva betriebenen Fabrik wird angereichertes Uran zu Pulver gestampft und zu tablettenförmigen Pellets gepresst. Diese werden dann in Rohre gefüllt und zu Brennelementen für Atomkraftwerke montiert. Zum Jahrestag der Reaktor-Katastrophen von Tschernobyl am 26. April will der Elternverein Restrisiko Emsland Mahnwachen in Lingen abhalten.

dpa/epd

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