Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama 46-Jährige in Göttingen mit mehreren Schüssen getötet
Mehr Welt Panorama 46-Jährige in Göttingen mit mehreren Schüssen getötet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:36 11.02.2011
Im siebten Stock dieses Hochhauses wurde die Frau erschossen.
Im siebten Stock dieses Hochhauses wurde die Frau erschossen. Quelle: Rink

Nach dem Mord an einer 46-jährigen Frau in Göttingen fahndet die Polizei nach zwei 45 und 48 Jahre alten Männern. Der ältere der beiden Tatverdächtigen ist der frühere Ehemann der 46-Jährigen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Beziehungstat handelte. Vermutlich sei die Frau einem gezielten Mordanschlag ihres Exmannes zum Opfer gefallen. Sie hinterlässt ein Kind.

Der 48-jährige Arthur B. hatte gemeinsam mit einem 45-jährigen Freund, Waldemar W., am Mittwochabend gegen 21.20 Uhr seiner früheren Ehefrau Irina B. vor ihrer Wohnung im Obergeschoss eines Hochhauses im Stadtteil Holtenser Berg aufgelauert. Als die 46-Jährige in Begleitung ihres neuen Partners im siebten Stock aus dem Fahrstuhl trat, schoss der Mann auf sie. Die Frau wurde durch einen Pistolenschuss in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt. Sie verstarb am Donnerstagvormittag in einem Krankenhaus.

Ihr 48-jähriger Begleiter wurde bei dem Anschlag nur leicht verletzt, sodass er selbst per Notruf Polizei und Rettungsdienste verständigen und Angaben sowohl zum Tathergang als auch zu den Tätern machen konnte. Die Tat sei offenbar geplant gewesen, sagte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD), Dirk Pejril. Die Polizei fahnde jetzt mit Hochdruck nach den zwei Tatverdächtigen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord aus niedrigen Beweggründen aus, erläutert Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner.

Sowohl die beiden Männer als auch das Opfer stammen aus Kasachstan, sind aber schon seit vielen Jahren in Göttingen wohnhaft. Die bislang flüchtigen Tatverdächtigen seien bereits früher durch Gewaltdelikte in Erscheinung getreten, sagte Pejril. Hauptsächlich habe es sich um Körperverletzungen und Bedrohungen gehandelt. Auch das 46-jährige Mordopfer sei bereits früher bedroht worden. Irina B. war als Arbeiterin in einem größeren Produktionsbetrieb tätig, sie lebte bereits seit mehreren Jahren von ihrem Exmann getrennt. Nähere Angaben zum Tathergang und zur Identität der beiden Tatverdächtigen wollte die Polizei am Donnerstag aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht machen. Auch zu den Umständen der Flucht der beiden Männer wollte sich ZKD-Leiter Pejril nicht äußern. Inzwischen fahndet eine 30-köpfige Mordkommission nach den beiden Männern. Auf eine Öffentlichkeitsfahndung wurde zunächst verzichtet. Diese könne aber noch folgen, hieß es am Donnerstagnachmittag.

Die Ermordung der 46-Jährigen ist bereits das zweite Tötungsdelikt in Göttingen in diesem Jahr. Ende Januar war die Leiche eines 34-jährigen Mannes in einer Grünanlage an der ICE-Trasse im Stadtteil Leineberg aufgefunden worden. Die Polizei hat zwar inzwischen zwei 23 und 30 Jahre alte Tatverdächtige festgenommen, allerdings sind die Einzelheiten des Mordfalls noch nicht geklärt.

Heidi Niemann, Jürgen Gückel und dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.