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Panorama 30-Jähriger gesteht Doppelmord auf Campingplatz
Mehr Welt Panorama 30-Jähriger gesteht Doppelmord auf Campingplatz
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20:40 27.08.2009
Campingurlauber treffen sich auf dem Campingplatz in Cuxhaven-Sahlenburg, wo am Mittwoch die Leichen zweier Frauen entdeckt wurden. Quelle: lni
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Der 30-Jährige hat gestanden, dass er in der Nacht zum Mittwoch seine frühere Freundin Nadine T. sowie deren Begleiterin Anne G. mit zahlreichen Messerstichen getötet hat. Beide Frauen waren 27 Jahre alt und stammen aus Winsen an der Aller (Kreis Celle).

Der gebürtige Dresdner ist nach seiner eigenen Darstellung in der Tatnacht mit einem Küchenmesser bewaffnet nach Cuxhaven gefahren. Er fand seine Exfreundin schlafend im Wohnwagen vor und saß nach seinen eigenen Worten zunächst schweigend neben ihr. Schließlich wachte die junge Frau auf. Zu einem Gespräch soll es nicht mehr gekommen sein. „Als sie aufgewacht ist, hat er zugestochen“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, Kai Thomas Breas. Anfangs habe Thomas H. noch von einer Provokation gesprochen, doch dies habe er zurückgenommen. „Nie verwundener Liebesschmerz“ – so umschreibt der Staatsanwalt das Tatmotiv. Unklar ist, ob H. bereits mit dem festen Vorsatz nach Cuxhaven gefahren ist, seine Freundin zu töten. Das mitgeführte Küchenmesser deutet darauf hin.

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Im Falle seines zweiten Opfers ging es dem gelernten Gärtner aus Sicht der Staatsanwaltschaft nur noch darum, eine Tatzeugin zu beseitigen. Anne G. nämlich war durch die Schreie ihrer Freundin, mit der sie im Campingwagen geschlafen hatte, aufgewacht und hatte um Hilfe gerufen. Schließlich war sie aus dem Wohnwagen geflüchtet und auf den Campingplatz gerannt. Doch Thomas H. holte sie ein und erstach sie ebenfalls. Ihre Leiche wurde rund 80 Meter entfernt von dem Wohnhagen gefunden, der einer Verwandten Nadine T’s aus Winsen an der Aller gehört.

Die Campingplatzbewohner hatten ihre Schreie aus dem Schlaf gerissen. Sie beobachteten, wie der Täter mit einem grauen Skoda Ocatavia flüchtete und notierten sich das Peiner Kennzeichen. Ihre Aussagen halfen der Polizei, Thomas H. bereits sechs Stunden nach der Tat in seiner Wohnung in Peine festzunehmen.

Bei der zweiten Tat handelt es sich aus Sicht der Staatsanwaltschaft eindeutig um Mord, da der Beschuldigte damit ein vorangegangenes Verbrechen verdecken wollte.

Thomas H. war nach neuesten Erkenntnissen nur wenige Monate mit seiner Freundin liiert und hat nie mit ihr zusammengelebt. Nach der Trennung vor etwa vier Wochen bezog er eine neue Wohnung im siebten Stock eines heruntergekommenen Hochhauses in der Falkenberger Straße in Peine-Telgte. Das Viertel, zu dem vier Wohnblocks gehören, gilt als sozialer Brennpunkt. Schon in der Vergangenheit soll es hier häufig gewaltsame Auseinandersetzungen gegeben haben. Erst vor wenigen Tagen wollen Mieter Gewehrschüsse gehört haben. Der gelernte Gärtner Thomas G., der mit seiner Freundin Anne G. erst vor gut drei Jahren von Dresden nach Peine übergesiedelt ist und regelmäßiger Arbeit nachging, galt als ruhiger Hausbewohner. „Der wirkte wie ein richtiger Kumpeltyp“, sagt der Hausmeister der vier Blocks. „Dem hätte ich so eine schreckliche Tat nie zugetraut.“ Im Müllcontainer des Wohnblocks fand die Polizei die blutverschmierte Kleidung des Festgenommenen.

von Heinrich Thies und Thomas Kröger

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