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Panorama 20-jähriger versuchter Vergewaltiger muss in Psychiatrie
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12:00 26.02.2013
Von dem 20-Jährigen gehe ein „hohes Risiko für weitere Straftaten“ aus, begründete das Hildesheimer Landgericht sein Urteil. Quelle: Symbolbild
Hildesheim

Der 20-Jährige nahm die Ausführungen äußerlich unbewegt auf. Lediglich daran, dass er fast durchgehend seine auf der Tischplatte liegenden Hände knetete, konnte man seine Nervosität erkennen.

Nach anfänglichem Zögern hatte der Hildesheimer die meisten Taten zugegeben. Dadurch ersparte er auch der 13-Jährigen, die er am Morgen des 15. September 2012 an der Marienschule vergewaltigen wollte, eine Aussage vor Gericht.

Täter bedrohte sein Opfer mit dem Tode

Der Mann, der gelegentliche Aushilfsjobs übernahm und ansonsten von HartzIV lebte, hatte das Mädchen zufällig ín der Innenstadt getroffen und war ihr bis zur Marienschule gefolgt. „Mit der festen Absicht, das Mädchen zu vergewaltigen, drängte er es in eine Ecke des Eingangsbereichs“, führte Heckemüller in seiner Urteilsbegründung aus. Besonders belastend sei dabei gewesen, dass der Täter die 13-Jährigen schlug und mit dem Tode bedrohte. „Spätestens an dieser Stelle stellte sich uns die Frage, was in so einem Täter vorgeht“, erklärte Heckemüller.

Die Schülerin leidet bis heute unter den Folgen der versuchten Vergewaltigung. Dem Richter zufolge hat sie erhebliche Ängste, vermeidet es etwa, allein durch die Stadt zu gehen. Heckemüller riet der Mutter, die beim Prozess als Nebenklägerin auftrat und die Urteilsverkündung neben ihrem Anwalt verfolgte, rechtzeitig Hilfe für die Tochter zu suchen.

Täter war im Stadtgebiet immer wieder auffällig

Vielfache psychische und auffällige Persönlichkeitsstörungen, Borderline-Syndrom, dicht an einer Psychose, sowie schwerste sexuelle Fehlentwicklungen - Heckemüller machte deutlich, dass auch der Verurteilte dringend auf ärztliche Hilfe angewiesen sei. Der Mann war seit Sommer 2011 immer wieder im Stadtgebiet aufgefallen. Mal schlug er Frauen auf den Po, einmal griff er einer ihm unbekannten Frau in den Schritt, mehrfach zeigte er sich nackt. „Die Gefahr, dass er weitere Taten begangen hätte, wäre sehr groß gewesen“, sagte Heckemüller.

Negativer Höhepunkt war der Überfall auf die 13-Jährige. Zeugen waren durch die Schreie des Mädchens aufmerksam geworden und hatten den 20-Jährigen niedergerungen. Zuvor war er noch fotografiert worden, von einem Zeugen mit einem Mobiltelefon. Das Bild verbreitete sich in Windeseile im Internet. Eine zeitliche Begrenzung für die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt eines psychiatrischen Krankenhauses ordnete das Gericht nicht an. Das Urteil ist rechtskräftig.

Christian Harborth

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