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Panorama 17-Punkte-Plan soll mehr Pädagogen locken
Mehr Welt Panorama 17-Punkte-Plan soll mehr Pädagogen locken
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00:15 06.08.2016
Von Saskia Döhner
Will mehr Lehrer anlocken: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Quelle: Holger Hollemann
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Hannover.

Mit einem 17-Punkte-Programm will Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) mehr Lehrer gewinnen. Rund 2700 Stellen hat das Land zum neuen, heute beginnenden Schuljahr ausgeschrieben. Besetzt werden konnten bislang aber erst rund 2040. Insbesondere an Grund- , Haupt- und Realschulen fehlen die Bewerber. Die Unterrichtsversorgung wird voraussichtlich bei 98 Prozent liegen, der Pflichtunterricht sei aber gesichert, sagte Heiligenstadt. „Darauf liegt unsere oberste Priorität.“

Nach Einschätzung der Opposition ist jedoch Unterrichtsausfall abzusehen. Björn Försterling sprach von trüben Aussichten fürs neue Schuljahr: Heiligenstadt agiere nach dem Motto „Schlimmer geht immer“. Die Unterrichtsversorgung sei so gering wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die Probleme seien hausgemacht, in zwei Einstellungsrunden seien wegen der Erhöhung er Pflichtstundenzahl viel zu wenig Gymnasiallehrer eingestellt worden. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von 23,5 auf 24,5 Wochenstunden 2015 für rechtswidrig erklärt.

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Die Ministerin sei mit ihrer Zukunftsoffensive Bildung gescheitert, konstatierte Kai Seefried (CDU). Das 17-Punkte-Programm sei nur ein „Katalog von Notmaßnahmen“, aus dem „die ganze Verzweiflung der Ministerin“ spreche.

Unter anderem soll an Grundschulen der Quereinstieg erleichtert werden. Eine grundständige Lehramtsausbildung ist nicht mehr Voraussetzung für eine feste Stelle, wohl aber zumindest ein abgeschlossenes Bachelorstudium.

Ganztagsschulen können Lehrer statt nachmittags verstärkt am Vormittag im Pflichtunterricht einsetzen. Für die Nachmittagsbetreuung sollen wieder mehr Vereine in die Pflicht genommen werden – so sollen 450 Stellen gewonnen werden „Erst wurden die Vereine von der Ministerin vor die Tür gesetzt, jetzt sollen sie den Ganztagsbetrieb retten“, bemängelte Försterling. Ausbaden müssten das mal wieder die Schulleiter, sagte er.
Pensionierte Lehrer können weiterhin für Vertretungsunterricht reaktiviert werden: Wer kurz vor der Pensionierung steht, kann auf eigenen Wunsch weiterarbeiten und erhält dafür einen achtprozentigen Besoldungsaufschlag. So können Lehrer maximal bis 70 Jahre unterrichten. Nach Ansicht des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte dürfte dies kaum jemand machen, da viele Lehrer schon jetzt hoch belastet seien. Auch viele Quereinsteiger scheiterten im Schulalltag, hieß es.

An Gesamtschulen sollen vorerst nur Gymnasiallehrer eingestellt werden, damit die Grund-, Haupt- und Realschullehrer auch an die entsprechenden Schulformen kommen. Dass Grundschullehrer 28 Wochenstunden – also 4,5 mehr als Gymnasiallehrer – unterrichten müssen, dafür aber schlechter bezahlt werden, ist für Heiligenstadt kein Argument gegen den Beruf. „Wer denkt mit 18, 19 Jahren schon an die Unterrichtsverpflichtung?“ Entscheidend sei eher, ob man mit jüngeren oder älteren Kindern arbeiten möchte. Lehrerverbände sehen das anders und verweisen darauf, dass Grundschulpädagogen in anderen Bundesländern deutlich besser besoldet werden.