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Panorama 168 Tote bei Flugzeugabsturz im Iran
Mehr Welt Panorama 168 Tote bei Flugzeugabsturz im Iran
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19:48 15.07.2009
Der iranische Fernsehsender Press TV zeigte Bilder von der abgestürzten Maschine. Quelle: Press TV/afp
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Nach Berichten von Augenzeugen brannte das Flugzeug bereits in der Luft, bevor es in der nordwestiranischen Provinz Kaswin auf einem Feld explodierte.

Die Tupolew war auf dem Weg von Teheran in die armenische Hauptstadt Eriwan. Der Absturz ereignete sich um 11.49 Uhr Ortszeit nahe des Dorfs Dschanat-Abat, wie ein Sprecher der zivilen Luftfahrt mitteilte. Wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete, glich die Absturzstelle einem riesigen Krater. Verbrannte Wrackteile, Knochen und zerfetzten Körperteile lagen über den gesamten Unglücksort verstreut.

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Alle 153 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder seien tot, sagte ein leitender Mitarbeiter des Katastrophenschutzes dem iranischen Staatsfernsehen. Laut armenischer Luftfahrtbehörde stammten die meisten Insassen aus dem Iran. Es seien aber auch einige Armenier und Georgier an Bord gewesen. Die Nachrichtenagentur Isna meldete, dass auch die iranische Jugendnationalmannschaft im Judo unter den Insassen gewesen sei.

Die genaue Unglücksursache war zunächst unklar. Allem Anschein nach habe ein Triebwerk in der Luft Feuer gefangen, sagte der stellvertretende Leiter der armenischen Luftfahrtbehörde, Arsen Pogossjan, vor Journalisten in Eriwan. Der Pilot habe daraufhin offenbar versucht, notzulanden. Ein Augenzeuge sagte: „Ich habe gerade auf dem Feld gearbeitet, als ich das Flugzeug am Himmel sah. Es brannte, stürzte dann wie eine Rakete ab und zerschellte am Boden.“

Zahlreiche Angehörige machten sich auf den Weg zur Absturzstelle. Bei Caspian Airlines habe er niemanden erreicht, deswegen sei er direkt zu dem Unglücksort gefahren, sagte der 24-jährige Iraner Alex, dessen Stiefschwester in der Maschine saß. „Doch hier bekomme ich auch keine Antworten.“ Auf dem Flughafen in Eriwan brachen Angehörige der Opfer in Tränen aus.

Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Angehörigen sein Beileid aus und kündigte eine rasche Untersuchung der Umstände des Unglücks an. Bundespräsident Horst Köhler zeigte sich in einem Kondolenzschreiben tief betroffen.

Der Absturz ist das dritte schwere Flugzeugunglück innerhalb von sechseinhalb Wochen: Am 1. Juni stürzte ein Air-France-Airbus vor der brasilianischen Küste in den Atlantik, 228 Menschen starben. Am 30. Juni verunglückte ein Airbus der jemenitischen Gesellschaft Yemenia kurz vor der Landung auf den Komoren. 152 Menschen kamen ums Leben, nur ein zwölfjähriges Mädchen überlebte.

afp