Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama 120 Kinder über das Internet missbraucht
Mehr Welt Panorama 120 Kinder über das Internet missbraucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:49 09.12.2016
Wegen des dutzendfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern über das Internet ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen einen 32-Jährigen.   Quelle: dpa
Osnabrück

Der Mann soll seine Opfer auf einer Internetplattform ausgesucht haben, die bei Kindern beliebt ist. Er soll vor allem sieben- bis dreizehnjährige Mädchen und Jungen angeschrieben haben. Dabei soll er einen falschen Namen verwendet und die Kinder dazu gedrängt haben, ihm Nacktaufnahmen von sich zu schicken. Er soll sie außerdem aufgefordert haben, für Bilder und Videos sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Das berichtete die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Der Mann soll geständig sein.

Bei der Kontaktaufnahme soll der Mann sich als junges Mädchen ausgegeben haben. Etliche der Kinder hätten dies zunächst als eine Art Internet-Sexspiel mit einem vermeintlich gleichaltrigen Mädchen gesehen. Anderen habe der 32-Jährige Credits geboten, eine interne Währung der Plattform, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer. Die Ermittler gehen von 122 Opfern aus.

Mutter eines Opfers zeigte den Mann an

Viele der Kinder seien schwer traumatisiert. Die von dem Mann gesammelten Filme habe er weder verschickt oder verkauft. In der Wohnung des Beschuldigten sollen mehr als 600 kinderpornografische Dateien sichergestellt worden sein. Mit einer 15-Jährigen habe der Mann auch ein Treffen vereinbart, bei dem es zu sexuellen Handlungen kam. Dem Mann, der in Kürze angeklagt werden soll, droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Aufgeflogen war der Mann durch die Anzeige einer Mutter aus Unterfranken, die sich im November 2015 an die Polizei gewandt hatte. Ihre Tochter zählt zu den Opfern.

Laut Bundeskriminalamt haben die Sicherheitsbehörden im Jahr 2005 noch 946 Fälle verzeichnet, in denen Kinder mithilfe von Kommunikationstechnik zu sexuellen Handlungen überredet oder in denen ihnen pornografische Inhalte gezeigt worden seien. 2015 sollen es bereits 1958 Fälle gewesen sein.

Von dpa/RND/frs