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Welt Niedersachsen diskutiert über Bildung 2040
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00:19 01.11.2018
Wie lernt man in Zukunft: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und Kabarettist Matthias Brodowy sprachen beim Kongress „Bildung 2040“. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Wie sehen Schulen in 20 Jahren aus? Was werden Lehrer unterrichten, wie und was Schüler lernen? Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat am Montag in Hannover einen großen Diskussionsprozess zur Bildung der Zukunft angestoßen. „Unsere Kinder sind das Wertvollste, was wir haben“, sagte Tonne zur Eröffnung des Kongresses vor rund 240 Zuschauern, „ich bin fest davon überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, über die tagesaktuellen Herausforderungen hinaus mit möglichst vielen Menschen über eine gute Bildung in der Zukunft zu diskutieren.“

„Wissen allein nützt nichts“

Eingeladen waren Schul- und Kitaleiter, Eltern-, Schüler- und Lehrervertreter aus dem ganzen Land, darunter die Vorsitzende der Gewerkschaft und Erziehung (GEW), Laura Pooth, Philologenchef Horst Audritz und Reinhard Fricke vom Verband Sonderpädagogik, aber auch Mitarbeiter vom Ministerium und der Landesschulbehörde.

Kabarettist Matthias Brodowy sagte, die Welt ändere sich rasant, aber an Schulen sei noch vieles wie früher. Es sei wichtig, an die Schule Sachen zu holen, die Kinder aus ihrem täglichen Leben kennen. Damit meinte er zum Beispiel digitale Medien. Dabei solle es nicht nur um die bloße Anwendung, sondern um den kritischen Umgang damit gehen.

Insbesondere Gemeinsamkeit müssten Schüler lernen, findet der Kabarettist: „Wissen alleine ist nichts.“ Es nütze nicht zu wissen, dass Hitler 1933 an die Macht gekommen sei, sondern man sollte auch die Umstände kennen und etwa mit heute vergleichen können. „Der gemeinsame Weg des Lernens, die Verknüpfung des Gelernten, der Diskurs, die Kontroverse – all dies gelingt nicht ohne ein Gegenüber. „Der einsame Blogger in seiner Filterblase“ ist für Brodowy eine „düstere Vision“. Man brauche keine Wikipedia-Leser, sondern aufgeklärte und engagierte Bürger, die den Wert von Freiheit und Demokratie wüssten.

Bildungsdebatte soll bis 2022 dauern

Bis 2022 will Minister Tonne über Bildung der Zukunft diskutieren und dabei Bildung von der Krippe bis zur beruflichen Bildung in den Blick nehmen. Er appellierte zum Mitmachen, für mutige und kreative Ideen, die man entweder bei der Kongressen im Land oder auch übers Internet (www.bildung2040.de oder facebook.com/Bildung2040/) äußern könnte.

Zum Auftakt sprach Margret Rasfeld, eine ehemalige Schulleiterin, die zusammen mit dem Neurobiologen Prof. Gerald Hüther 2012 die Bewegung „Schule im Aufbruch“ gegründet hat und jetzt als „Botschafterin für nachhaltige Bildung“ unterwegs ist. „Das Leben stellt Fragen“, sagte sie, „nicht der Lehrer mit seinem Arbeitsblatt.“

Von Saskia Döhner

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