Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Welt Nach Kollision mit Tanker – Norwegische Fregatte sinkt ab
Mehr Welt Nach Kollision mit Tanker – Norwegische Fregatte sinkt ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:23 13.11.2018
Die norwegische Fregatte „Helge Ingstad“ kollidierte mit einem Tanker und liegt nun teilweise unter Wasser.
Die norwegische Fregatte „Helge Ingstad“ kollidierte mit einem Tanker und liegt nun teilweise unter Wasser. Quelle: Marit Hommedal/NTB scanpix/dpa
Anzeige
Oslo

Fünf Tage nach der Kollision mit einem Tanker ist das norwegische Kriegsschiff „Helge Ingstad“ fast vollständig im Wasser versunken. Der Inspekteur der norwegischen Marine, Konteradmiral Nils Andreas Stensoenes, teilte mit, mehrere Seile, mit denen die Fregatte nach der Havarie im Hafen von Sture stabilisiert worden sei, seien gerissen. Das Schiff sei deswegen tiefer im Fjord versunken. Nur die Spitze des Schiffsaufbaus mit dem Radar und den Antennen ragten noch aus dem Wasser. Nach Angaben der norwegischen Seeverteidigung liegt das Schiff nun wieder stabil.

Das Militär hatte in den vergangenen Tagen versucht, das schwer beschädigte Schiff mit Stahlseilen an Land zu halten. Am Abend senkte sich das Bug und gegen Mitternacht wurde es als zu gefährlich angesehen, weiter an der Sicherung zu arbeiten. In der Nacht rissen schließlich alle Seile und das Schiff rutschte den Uferhang herab tiefer ins Wasser.

Fregatte wurde vor Kollision gewarnt

Die Polizei und die Staatliche Havariekommission sind damit beauftragt herauszufinden, warum das moderne Kriegsschiff mit dem Tanker kollidierte. Die Netzzeitung „Aldrimer.no“ berichtete am Freitag, die Fregatte sei sowohl von dem Tankschiff „Sola TS“ als auch von der Seeverkehrszentrale angefunkt und vor einer möglichen Kollision gewarnt worden. Der Lotse auf dem Tankschiff, das mit 625 000 Litern Rohöl beladen war, habe die „Helge Ingstad“ gesehen. Die Mannschaft der Fregatte soll geantwortet haben: „Wir haben alles unter Kontrolle.“ Die Quellen für diese Aussagen wollten aufgrund der polizeilichen Ermittlungen anonym bleiben. Weder die Seeverteidigung noch die Küstenwache wollten den Bericht kommentieren.

Schiff war für andere schlecht zu sehen

Inzwischen ist auch bekannt, dass die Fregatte ihr Positionierungssystem ausgeschaltet hatte. Torill Herland von der Seeverteidigung sagte der norwegischen Zeitung „Bergens Tidende“ am Freitag: „Kein Kriegsschiff der Welt hat AIS eingeschaltet.“ Das gilt nach Angaben aus Marinekreisen zumindest für Kriegseinsätze und eingeschränkt auch für die Teilnahme an Manövern. AIS steht für Automatic Identification System und gibt per Transponder Informationen wie die Position, Größe, Geschwindigkeit und Namen eines Schiffes an.

Lesen Sie auch: Mit Tanker kollidiert: Berger kämpfen vor Norwegen um Fregatte

Weil die Fregatte „Helge Ingstad“ diesen Transponder abgeschaltet hatte, konnten andere Schiffe sie deshalb nur per klassischem Radar orten, aber nicht mehr wissen, um was für ein Schiff es sich handelte. Zudem sind die Aufbauten der Fregatte extra so konstruiert, dass das Schiff per Radar weniger gut zu sehen ist. Allerdings handelt es sich nach Angaben aus Marinekreisen nicht um ein echtes Stealth-Schiff (Tarnkappenschiff), das für Radar gänzlich unsichtbar wäre.

Acht Besatzungsmitglieder wurden verletzt

Ein maltesischer Öltanker war am Donnerstag mit der Fregatte im Hafen von Sture zusammengestoßen. Der Tanker blieb nahezu unbeschädigt; im Rumpf der 134 Meter langen Fregatte klaffte dagegen ein großes Loch, durch das Wasser in das Schiff eindrang. Die 137 Besatzungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht; acht von ihnen erlitten Verletzungen.

Stensoenes sagte, die Marine habe weiterhin vor, die Fregatte wieder flott zu machen. Ermittler sagten, die Unfallursache sei noch nicht geklärt. Auch über das Ausmaß des Schadens an der Fregatte könne man noch nicht viel sagen. Norwegens Verteidigungsministerium teilte mit, die „Helge Ingstad“ werde in den Rechnungsbüchern derzeit mit 1,8 Milliarden Kronen (rund 190 Millionen Euro) geführt. Das Gebiet um die Fregatte wurde zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Die „Helge Instad“ kam von der Nato-Übung „Trident Juncture“ und war mit zahlreichen Waffen ausgerüstet. Sie wurde 2009 in Spanien gebaut.

Lesen Sie auch: Norwegische Fregatte kollidiert mit Tanker

Von RND/dpa/tap

Der Artikel "Nach Kollision mit Tanker – Norwegische Fregatte sinkt ab" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.