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Welt Musik liegt in der Luft (VIII)
Mehr Welt Musik liegt in der Luft (VIII)
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18:31 25.08.2018
Magnum passt aus mehreren Gründen viel besser zur Jahreszeit als süße Glocken. Quelle: CBS
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Hannover

Magnum passt aus mehreren Gründen viel besser zur Jahreszeit als süße Glocken, behaupten Werkkonservative und Pedanten. Aber wir Freunde der Musik wissen: Böse Zungen haben keine Lieder, und gute Lieder keine Grenzen.

Was spricht also dagegen, nach so einem Sommer mit den Vorbereitungen auf einen hoffentlich diametralklimatischen Winter ein bisschen früher zu beginnen? Nix! Und ein odufröhliches “Macht hoch die Tür“ sorgt in einer vollen Straßenbahn bei 38 Grad immer für Aufmerksamkeit, vielleicht sogar für ein kleines bisschen Besinnung auf die besinnliche Zeit.

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Schweißtröpfchen, Weißköpfchen

Wer sich nicht mit Christmas-Ultras anlegen möchte, für die das Absingen von Weihnachtsliedern nur ab Anfang Dezember und Wintertemperaturen von zwölf Grad plus abwärts statthaft ist, kann die Lieder ein wenig anpassen. Und das auf zwei Arten. Entweder Originaltext auf Sommerhit, wie zum Beispiel “Morgen, Kinder, wird’s was geben“ auf die Melodie von “Mambo No. 5“. Oder “Stille Nacht“ auf “Despacito“.

Umgekehrt ist noch effektiver. Bekannte Melodie, moderat angepasster Text: “O Buchenbaum, o Buchenbaum, wie gelb sind deine Blätter, du schrumpelst in der Sommerzeit, weil keine Wolke weit und breit“ nimmt ein Umweltthema kritisch auf und bleibt trotzdem adventlich im Ohr.

Oder “Schweißtröpfchen, Weißköpfchen, wann fällst du aufs Kleid, bei 40 Grad Celsius, gleich ist es so weit“. Und direkt hinterher “Gloria, in excelsis Deo“, da ist man ganz nah dran am richtigen Leben in unbelüfteten Räumen.

In zwölfter Reihe am Glühweinstand

Wenn man dann noch einen Bart hat, und viele haben ja einen Bart, bekommen die Zuhörer auch im August einen leichten Wind von der wunderbaren Stimmung in den Walnussmonaten und der Mandelkernzeit.

Von dieser zauberhaften Adventsatmosphäre mit zwölf Einkaufstüten auf einer Rolltreppe eingeklemmt zwischen schlecht klimatisierten Menschen in atmungspassiven Kunstdaunenjacken, die mehr Maggi als Magie verströmen.

Oder in zwölfter Reihe am Glühweinstand mit dem wohligen Gefühl von Schneematsch, der langsam in die angeblich arktistauglichen Schuhe sickert. Ich weiß, was Sie jetzt denken. Darauf ein Magnum.

Von Uwe Janssen

Der Artikel "Musik liegt in der Luft (VIII)" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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