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Medien ZDF forciert intensive Auslandsberichterstattung
Mehr Welt Medien ZDF forciert intensive Auslandsberichterstattung
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10:32 06.03.2011
„Ohne Auslandsberichterstattung ist das ZDF nicht vorstellbar“, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter. Quelle: dpa (Archiv)
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Das ZDF sieht durch die historischen Ereignisse in Tunesien, Ägypten und Libyen seinen Kurs für eine intensiverer Auslandsberichterstattung bestätigt. „Die Veränderungen im Maghreb oder im Nahen Osten zeigen, dass wir eine Berichterstattungspflicht haben, die weit über das hinausgeht, was bisher Standard war“, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter der Nachrichtenagentur dpa in São Paulo. „Wir bekommen Gebühren, damit wir uns unterscheiden. Wir können die globalisierte Welt deutlicher und näher in den Fokus nehmen, als dies etwa RTL und Sat.1 je tun könnten.“ Die Investitionen in die 19 ZDF-Auslandsstudios würden vom Fernseh- und Verwaltungsrat nachdrücklich unterstützt. „Ohne Auslandsberichterstattung ist das ZDF nicht vorstellbar.“

Mit den beiden arabischen Sendern Al-Dschasira und Al-Arabiya seien Verträge verlängert worden, die dem ZDF ermöglichten, im Netz Live-Bilder (Streaming) zu verwenden, die von Spezialisten aus Mainz kommentiert würden. Auch mit den Sendern BBC, CNN und NBC sei das ZDF verbunden. „Kein Sender in der Welt ist so gut vernetzt für Quellen wie das ZDF.“ Das Zweite Deutsche Fernsehen sehe seine Aufgabe nicht darin, permanent zu berichten. „Wir sind in den Weltregionen mit Korrespondenten vertreten, die eine Einordnungs- und Bewertungschance bieten, die über das hinausgeht, was andere Sender tun.“

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Das ZDF habe aber schon lange erkannt, dass ein Programm allein nicht mehr alle Zielgruppen ansprechen könne. „Der Grundsatz im letzten Jahrzehnt hieß deshalb: Produziere einmal, und verteile dann so oft es geht auf jede Plattform, also ZDF neo, demnächst ZDF info, Videothek, Mediathek, Twitter, Facebook, etc.“ Über diese Angebote will das ZDF auch das jüngere Publikum ansprechen. Sender, die wie ARD und ZDF zu 50 Prozent auf Informationen ausgerichtet seien, hätten Probleme, junge Leute zu erreichen. „Das ist das öffentlich-rechtliche Problem. Das ist unsere größte Baustelle.“

Schächter hielt sich anlässlich des offiziellen Stabwechsels des Südamerika-Korrespondenten in Brasilien auf. Das Auslandsstudio Rio de Janeiro leitet künftig Andreas Wunn, der Ende vorigen Jahres Carsten Thurau ablöste, der als Leiter des ZDF-Landesstudios Sachsen nach Dresden wechselte.

dpa