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Medien Whatsapp gibt Onlinestatus preis
Mehr Welt Medien Whatsapp gibt Onlinestatus preis
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17:06 06.10.2014
Schon öfter wegen lascher Datenschutzhandhabung kritisiert worden: Whatsapp.
Schon öfter wegen lascher Datenschutzhandhabung kritisiert worden: Whatsapp. Quelle: dpa
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Die Messenger-App Whatsapp verrät den Onlinestatus eines Nutzers auch dann, wenn dieser diese Funktion ausdrücklich abgeschaltet hat. Aus guten Gründen wollen viele Menschen lieber für sich behalten, ob und wann sie das Programm nutzen oder wann sie eine Nachricht gelesen haben. Laut einem Test der Zeitschrift "c't" (Heft 22/2014) plaudert der Messenger den Onlinestatus aber auch dann aus, wenn man anhand der Datenschutzeinstellungen eigentlich das Gegenteil erwarten würden - alles, was es dazu braucht, ist die mit dem Whatsapp-Konto verknüpfte Telefonnummer eines Nutzers.

Speichert man diese in seinem Kontaktverzeichnis, und öffnet ein Chatfenster, lässt sich das Whatsapp-Nutzungsverhalten des Nummerninhabers aus der Ferne erfassen. Dies geschieht laut "c't", ohne dass dieser davon etwas mitbekommt und ohne dass er es bestätigen müsste. Im Test gelang die Überwachung, obwohl in den Datenschutzeinstellungen die Sichtbarkeit der Optionen "Zuletzt online" und "Status" auf "Niemand" einstellt war. Beinahe in Echtzeit informierte Whatsapp über die aktive Nutzung des Telefons. Über ein bereits im Internet kursierendes Script lässt sich die Datenschutzlücke auch automatisiert ausnutzen, ohne dabei direkt mit den Whatsapp-Servern zu kommunizieren.

Der Messenger Whatsapp macht immer wieder durch lockere Handhabung des Datenschutzes von sich reden - zuletzt Anfang September, als nach einem Update bei zahlreichen Nutzern die Privatsphäre-Einstellungen plötzlich wieder öffentlich geschaltet waren. Nach wie vor überträgt das Programm auch Kontaktdaten aus den Telefonverzeichnissen der Nutzer auf Unternehmensserver, so dass Dritte gegen eine Weitergabe ihrer Daten kaum geschützt sind.

Facebook schließt Kauf von WhatsApp ab

Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp mit mehr als 600 Millionen Nutzern gehört jetzt offiziell zu Facebook. Das weltgrößte Online-Netzwerk gab den Abschluss der Übernahme am Montag bekannt. Der Deal ist zum aktuellen Aktienpreis rund 21,8 Milliarden Dollar (rund 17,4 Mrd Euro) wert. Bei der Ankündigung der Übernahme im Februar war noch von bis zu 19 Milliarden Dollar die Rede. Doch seitdem ist der Kurs der Facebook-Aktie gestiegen. Daher sind die 223,7 Millionen Facebook-Aktien, die an Besitzer und Mitarbeiter von WhatsApp gehen, mehr wert. In bar fließen an die früheren WhatsApp-Eigentümer 4,59 Milliarden Dollar.

Facebook hatte wiederholt zugesichert, WhatsApp werde weiterhin unabhängig arbeiten. Die Daten der beiden Dienste sollen nicht vermischt werden. WhatsApp betont, möglichst wenig Daten über seine Nutzer zu sammeln, während Facebook davon lebt, Werbepartnern gezielten Zugang zu gewünschten Nutzergruppen zu gewähren. Der Mitgründer und Chef von WhatsApp, Jan Koum, soll künftig nur einen Dollar als Jahresgehalt erhalten - bekommt aber zugleich Facebook-Aktien im aktuellen Wert von knapp zwei Milliarden Dollar.

dpa

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