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10:32 29.06.2009
Von Heike Manssen
Seit 20 Jahren gibt es die Kindernachrichtensendung "logo". Quelle: ZDF/Rico Rossival/ddp

Das hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder sicher nicht erwartet. Doch Kinder dürfen so etwas, dachte er sich, und reagierte nicht einmal verärgert. Für Kinder ist die Welt noch nicht so kompliziert wie für Erwachsene. Trotzdem interessiert es sie, wie das Wahlsystem funktioniert, die Wirtschaft dagegen im Moment nicht, weshalb es den Nahostkonflikt gibt oder wieso Flugzeuge abstürzen.

Solche Fragen einfach zu beantworten, ist eine Herausforderung, die sich „logo!“ nun schon seit 20 Jahren stellt. Und dabei den Kindern Argumente liefert, warum es sich lohnt, länger aufbleiben zu dürfen. An Wochentagen beginnt die letzte von zwei werktäglichen Kindernachrichtensendungen um 19.50 Uhr. In zehn Minuten versucht ein Team von 45 Mitarbeitern Wichtiges, darunter immer etwas Positives vom Tage, zusammenzufassen.

Eva Radlicki ist von der ersten Sendung bis heute dabei gewesen. Zuerst als Praktikantin, dann als Moderatorin, und inzwischen leitet sie die Redaktion. „Als wir 1989 die ersten „logo!“-Nachrichten produziert haben, hat uns ein Teil der Kollegen der anderen Nachrichten noch nicht richtig ernst genommen“, erzählt sie. Doch die Zeiten seien vorbei. Manchmal kämen sogar Redakteure vorbei und „fragen bei uns schon mal nach, wie man etwas Kompliziertes möglichst einfach erklärt“, sagt sie. Und auch Peter Hahne, stellvertretender Redaktionsleiter des ZDF-Hauptstadtstudios, betont noch heute, dass die einfache Sprache der Kindernachrichten seine Arbeit geprägt hat.

Hahne, der das Projekt „logo!“ damals zusammen mit dem heutigen ZDF-Intendanten Markus Schächter aus der Taufe hob, war einer der ersten Moderatoren. Ganz leger in Pulli statt Anzug und Krawatte. Zum Jubiläum wünscht er unter anderem jedem Kollegen ein „logo!-Jahr“. Die Zielgruppe der Sendung ist zwischen acht und 13 Jahren alt. Mittlerweile schauen durchschnittlich etwa 210 000 Kinder täglich die „logo!“-Nachrichten. Nur Kinder? Auch Eltern lassen sich gerne einfach die Welt erklären. Es wird über alles berichtet, aber nicht alles gezeigt. Was darin liegt, dass Kinder viel mehr als Erwachsene verunsichert auf Schreckensmeldungen reagieren. Schnell fragen sie sich, ob ihnen und ihrer Familie das auch passieren kann. Etwa wenn es um Kindesentführungen oder schlimme Attentate geht. „Dann müssen die Ängste des jungen Publikums aufgefangen und Antworten gegeben werden“, sagt Barabara Biermann, Leiterin der Hauptredaktion Kinder und Jugend.

„logo“ versucht mit einordnenden Erklärstücken einen Bezug zur Welt der Kinder herzustellen. So ist die Große Koalition wie eine Fußballnationalmannschaft, in der Spieler zusammen antreten, deren Teams in der Bundesliga ansonsten gegeneinander spielen. Dass eine Nationalmannschaft viel geschlossener kämpft als die Große Koalition, ist in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. Alle Berichte werden in einer einfachen, altersgerechten Sprache und mit möglichst neutralen Bildern präsentiert. Tauchen in den Beiträgen komplizierte Begriffe auf, wird eine Grafik eingeblendet.

Damit die Redakteure den Kontakt zur Zielgruppe behalten, zeigen sie ihre Beiträge immer wieder Schulklassen. In der Rubrik „Redezeit“ können sich Kinder mit konkreten Problemen an die Redaktion wenden. Wenn die Geschichte zur Sendung passt, düst das „logo!-Mobil“ los, und es entsteht ein Beitrag. Außerdem versuchen sich junge Nachwuchsreporter regelmäßig an Themen, die sie interessieren. Im Geburtstagsjahr hat „logo!“ die Aktion „Kinderreporter treffen die Großen der Welt“ gestartet. Darin werden internationale Karrieren wie die des Rennfahrers Lewis Hamilton, der Schauspielerin und Sängerin Miley Cyrus oder des EU-Politikers José Manuel Barroso vorgestellt.

Seit zehn Jahren gibt es die Nachrichten auch im Internet unter www.tivi.de. Dort lässt sich nicht nur jede Sendung herunterladen, zusätzlich wird viel Hintergrundinformation geliefert. Im Superwahljahr 2009 ist jetzt außerdem das interaktive Onlinespiel „logo!Wahlcity“ eingeführt. Mitspieler können nicht nur den Bürgermeister treffen, sondern auch gleich eine eigene Partei gründen – wenn die Große Koalition mal wieder nicht so gut mitspielt. „logo!“ läuft montags bis freitags um 15.50 Uhr und montags bis donnerstags um 19.50 Uhr im Ki.ka. Am Sonnabend dann um 8.50 Uhr im ZDF.

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