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Medien VW entschuldigt sich für rassistischen Werbeclip: “Falsch und geschmacklos”
Mehr Welt Medien VW entschuldigt sich für rassistischen Werbeclip: “Falsch und geschmacklos”
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12:19 20.05.2020
Das Wort "Neger" blitzt kurz auf: Mit einem Werbespot für den neuen Golf sorgt Volkswagen bei Instagram für einen handfesten Skandal. Quelle: imago images/Jan Huebner/instagram/RND Montage Behrens
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Wolfsburg

Nach heftiger Kritik an einem auf Instagram geposteten Werbespot für den neuen Golf hat sich Volkswagen für das Video entschuldigt. Die kurze Sequenz, die starke Reaktionen in den sozialen Netzwerken auslöste, zeigt einen schwarzen Mann, der von einer riesigen weißen Hand durchs Bild geschoben und anschließend in den Eingang eines Hauses geschnippt wird.

„Das Video ist grenzwertig und komplett rassistisch in seiner Wirkung“, sagte Tahir Della, Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. „Ganz ohne Frage: Das Video ist falsch und geschmacklos“, erklärte auch das Unternehmen dazu am Mittwoch in Wolfsburg. Dass der Clip bei vielen Beobachtern zu Empörung und Wut führe, könne man verstehen. „Wir distanzieren uns davon und entschuldigen uns dafür. Wir werden aufklären, wie das passieren konnte - und Konsequenzen daraus ziehen.“

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Auch Volkswagen-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann und die Leiterin des Diversity Managements des Volkswagen Konzerns, Elke Heitmüller, haben sich noch mal in einem Statement dazu geäußert. “Auf dem Instagram-Kanal von Volkswagen haben wir ein rassistisches Werbevideo gepostet. Wir verstehen das öffentliche Entsetzen darüber. Denn wir sind selbst entsetzt”, heißt es darin. Und weiter: “Es beleidigt alle Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung. Es beleidigt jeden anständigen Menschen. Wir schämen uns dafür und können es heute auch nicht erklären. Umso mehr werden wir dafür sorgen, dass wir diesen Vorgang aufklären.” Außerdem wird nochmal auf die Vergangenheit des Unternehmens eingegangen: “Wir bei Volkswagen wissen um die historischen Ursprünge und die Schuld unseres Unternehmens im Nazi Regime. Gerade deshalb treten wir entschlossen jeder Form von Hass, hetze und Diskriminierung entgegen.”

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Volkswagen positioniert sich “gegen jede Form von Rassismus”

Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte: „Ich schäme mich für diesen Spot. Da spreche ich sicherlich für die ganze Belegschaft.“ Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nannte das Video „eindeutig rassistisch und menschenverachtend“. Es sei nicht zu verstehen, dass das „schockierende“ Video nicht vor Veröffentlichung gestoppt worden sei. „Dieses Thema wird sicher auch noch ein Nachspiel in den Gremien haben“, sagte der SPD-Politiker, der als Vertreter des Landes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt.

Für einen Moment war gegen Ende des Werbefilms für das neue Golf-Modell auch eine Buchstabenfolge zu sehen, deren Einblendung das Wort „Neger“ nahelegte. „Schon vor dem Hintergrund unserer eigenen Unternehmensgeschichte positioniert sich Volkswagen gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung“, erklärten die Wolfsburger. Auch bei Twitter war der Clip zu sehen gewesen.

Kritik an erster Entschuldigung

Della sagte, es sei erstaunlich, dass es die heftigen Reaktion in den sozialen Medien gebraucht habe, damit auch VW selbst das Video kritisch sehe.

Eine erste Entschuldigung war zuvor auf Instagram verbreitet worden. „Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überrascht und schockiert, dass unsere Instagram-Story derart missverstanden werden kann“, schrieb VW dort zunächst. Dies war stellenweise nochmals auf Kritik gestoßen. Ein Nutzer schrieb: „Alles also nur eingebildet und ein Missverständnis? Sorry, aber den Rassismus bilden wir uns nicht ein.“

Volkswagen präzisiert Entschuldigung

Volkswagen präzisierte daraufhin seine Entschuldigung. Das Unternehmen betonte außerdem: „Viele Initiativen im Unternehmen und in unserer weltweiten Belegschaft fördern Vielfalt, Integration und eine vorurteilsfreie Zusammenarbeit.“ Das sei begrüßenswert, so Della, aber entschuldige nicht das Video. Der Clip zeige, dass VW sich nicht nur mit Diversity, sondern auch ganz konkret mit Rassismus und damit, wie Bilder wirkten, auseinandersetzen müsse. „Dann wäre das auch den Leuten bei VW aufgefallen, dass es nicht okay ist, eine schwarze Person durch die Gegend zu schubsen.“

Die Mitarbeitervertretung verlange nun eine vollständige Aufklärung darüber, wer für die Insta-Story verantwortlich ist. „Der Vorfall muss jetzt restlos aufgeklärt werden“, sagte Osterloh. „Der Betriebsrat wird nicht zulassen, dass die Verantwortung für diesen Vorfall dauerhaft vom Top-Management nach unten abgeschoben wird.“

RND/dpa

Der Artikel "VW entschuldigt sich für rassistischen Werbeclip: “Falsch und geschmacklos”" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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