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Medien Uwe Vorkötter kehrt zur „Berliner Zeitung“ zurück
Mehr Welt Medien Uwe Vorkötter kehrt zur „Berliner Zeitung“ zurück
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16:08 14.05.2009
Uwe Vorkötter wechselt von der „Frankfurter Rundschau“ zur „Berliner Zeitung“.
Uwe Vorkötter wechselt von der „Frankfurter Rundschau“ zur „Berliner Zeitung“. Quelle: Thomas Lohnes/ddp
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Damit kehrt Vorkötter nach drei Jahren zum Hauptstadt-Blatt zurück, das er 2006 nach Querelen um Sparmaßnahmen und Renditeziele des damaligen Investors David Montgomery verlassen hatte. Vorkötter soll künftig auch die stärkere Kooperation der MDS-Blätter anleiten.

Die Gerüchte um Vorkötters Rückkehr hielten sich bereits seit Bekanntwerden der Übernahme des Berliner Verlages durch MDS von der britischen Mecom-Gruppe um Montgomery. Nachdem der Verkauf im März endgültig perfekt gemacht wurde, war bereits Brigitte Fehrle, Vorkötters Stellvertreterin bei dessen erster Amtszeit, aus dem Hauptstadt-Büro der Wochenzeitung „Die Zeit“ zur „Berliner Zeitung“ zurückgekehrt. Seit April leitet sie die Redaktion kommissarisch.

„Ich freue mich wirklich sehr, denn ich schätze Uwe Vorkötter als Chefredakteur und Menschen“, sagte Fehrle nach der offiziellen Bekanntgabe der Personalie, mit der sie bereits seit längerem gerechnet habe. Die Kollegen in der Redaktion seien nun „gespannt und hoffen auf konkrete Pläne“. Im Fokus des Interesses stehe die Zusammenarbeit mit den anderen Blättern der Kölner Mediengruppe: „Wir wollen die Qualität stabilisieren und steigern.“

Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur soll Vorkötter künftig als Beauftragter für eine stärkere Kooperation von „Berliner Zeitung“ und „FR“ fungieren. Die Blätter sollen auch mit den übrigen Abonnementzeitungen von MDS („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Mitteldeutsche Zeitung“) journalistisch enger kooperieren. Dazu soll der titelübergreifende Austausch von Texten der Gruppe auf die „Berliner Zeitung“ ausgeweitet werden.

Die Berliner Redaktion soll von Vorkötter derweil in ruhigeres Fahrwasser geführt werden. Aus Protest gegen die von Montgomery ausgegebenen Sparmaßnahmen hatte er das Blatt im Juni 2006 nach vier Jahren in Richtung Frankfurt am Main verlassen. Der von dem Briten eingesetzte Chefredakteur Josef Depenbrock trug die Sparmaßnahmen in seiner Doppelfunktion als Geschäftsführer des Berliner Verlages mit, was den Weggang weiterer Redakteure zur Folge hatte.

Höhepunkt der Querelen war die Klage der Redaktion gegen Depenbrocks Doppelfunktion unter Berufung auf das Redaktionsstatut, die jedoch im vergangenen Juli vor dem Berliner Arbeitsgericht scheiterte.

Entsprechend erleichtert wurde die Rückkehr des neuen alten Chefs in Berlin aufgenommen. „Wir freuen uns, mit Herrn Vorkötter einen starken Chef zu bekommen“, sagte Regine Zylka, Redaktionsbeirätin der „Berliner Zeitung“. Die Redaktion sei froh, dass die Leitung ihrer Zeitung und der „FR“ nicht in Doppelfunktion von einem Chefredakteur übernommen werde, wie zeitweise spekuliert worden war.

Die Personalie ist dennoch ein Hinweis auf die künftige Gewichtung der Blätter innerhalb der Kölner Mediengruppe. Fraglich war bislang, welches Blatt in der Verzahnung beider Redaktionen federführend sein würde. Diese Frage scheint mit Vorkötters Umzug nach Berlin und seinen neuen Aufgaben geklärt.

Die „FR“ bekommt unterdessen eine Doppelspitze. Rouven Schellenberger, bisher Vorkötters Stellvertreter und kommissarischer Leiter des Politikressorts, soll die Redaktion gemeinsam mit Joachim Frank leiten, der seit 2002 stellvertretender Chefredakteur beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ war.

Frank stellte sich am Donnerstag im Beisein von Verleger Alfred Neven DuMont in Frankfurt vor. Die Redakteure der Mantelressorts seien angesichts der viel zitierten Synergieeffekte beunruhigt, hieß es aus Redaktionskreisen. Vorkötters Abschied sei dagegen unaufgeregt aufgenommen worden, da er nach den Spekulationen der vergangenen Monate längst erwartet wurde.

ddp