Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Türkisches Gericht lässt 130 oppositionelle Webseiten sperren
Mehr Welt Medien Türkisches Gericht lässt 130 oppositionelle Webseiten sperren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 06.08.2019
Demonstranten demonstrieren für die Pressefreiheit in der Türkei. Quelle: imago stock&people
Istanbul

Ein türkisches Gericht hat einem Medienbericht zufolge die Sperrung von mehr als 130 Internetseiten angeordnet - darunter Twitter- und Instagram-Konten sowie Facebook-Seiten von oppositionellen Politikern, Künstlern und Medien. Die Entscheidung war demnach auf Antrag der Gendarmerie-Hauptdirektion schon Mitte Juli gefallen. Die Gendarmerie ist in der Türkei eine paramilitärische Organisation. Die große oppositionelle Nachrichtenwebseite Bianet, die ebenfalls gesperrt werden soll, hatte das Gerichtsdokument am Dienstag veröffentlicht. Die aufgelisteten Seiten waren zunächst noch zugänglich. Bianet hat Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt.

Reporter ohne Grenzen twitterte, die Entscheidung nehme „unabhängige Berichterstattung“ ins Visier und sei willkürlich und gefährlich. Die Organisation rief die türkische Telekommunikationsbehörde dazu auf, die Entscheidung nicht umzusetzen.

Mit neuen Regelungen könnte die Türkei künftig auch Inhalte von Netflix zensieren

Betroffen sind außerdem beispielsweise eine Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Oya Ersoy, die linke Band Grup Yorum, die sich als „revolutionär“ bezeichnet, und Webseiten im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten von 2013.

Grundlage ist das umstrittene Internetgesetz 5651. Das Gericht berief sich in der Entscheidung unter anderem auf den Schutz des öffentlichen Lebens, der nationalen Sicherheit und des Präsidenten.

Zusätzlich hat die Regierung erst vergangene Woche eine weitreichende neue Regelung zur Kontrolle von Internet-Plattformen eingeführt, die Filme, Videos oder Radioinhalte verbreiten. Damit können nationale und internationale digitale Medien, aber auch Inhalte auf Plattformen wie Netflix bald zensiert werden.

Von dpa/RND

Morde, Attentate, Bombenanschläge: Eine mutige Frau zeigt in der Doku „Shooting the Mafia“ der Welt die Verbrechen der Cosa Nostra. Sie heißt Letizia Battaglia und drückt dafür immer wieder auf den Auslöser ihrer Kamera.

06.08.2019

Die neue ZDF-Show „Sorry für alles“ mit Moderator Steven Gätjen spielt sich als große Gönnerin für ihre unwissenden Kandidaten auf – doch nutzt sie nur deren Scham aus. Und Promis helfen mit.

06.08.2019

Die Rede ist von einem Mega-Deal: Die New Media Investment Group soll die Mehrheit am Verlagshaus Gannett („USA Today“) übernehmen. So soll unter anderem der digitale Wandel beschleunigt werden.

06.08.2019