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Medien „Tod am Engelstein“: ZDF zeigt Alpenkrimi mit Nina Kronjäger
Mehr Welt Medien „Tod am Engelstein“: ZDF zeigt Alpenkrimi mit Nina Kronjäger
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17:24 01.05.2011
Von Ernst Corinth
Laras (Stefanie Stappenbeck, hinten links) und Sylvias (Nina Kronjäger) Mutter ist verschwunden. Guido Gründer (Dietmar Mues, ganz rechts) und dessen Sohn Vincent (Max von Pufendorf) ­beteiligen sich an der Suche in den Bergen. Quelle: ZDF
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Ein Mann hockt niedergeschlagen am Abgrund eines Bergvorsprungs. Dieser Ort, sagt er, sei verflucht. „Da vorne ist es geschehen ...“ Und dann blickt er in die Tiefe. Eine dramatische Szene kurz vor Ende des Alpendramas „Tod am Engelstein“. Und danach kommt es endlich zur Aussprache zwischen ihm und einer jungen Frau, bei der das Geheimnis dieses Films gelüftet wird. Diese recht kurze Schlüsselszene ist aber nicht nur dramatisch, sondern vor allem traurig. Der Mann wird nämlich gespielt von Dietmar Mues, der im März bei einem tragischen Verkehrsunfall in Hamburg zusammen mit seiner Frau Sibylle und dem bekannten Soziologen Günter Amendt ums Leben gekommen ist. Es war also eine seiner letzten Rollen.

Um Leben und Tod geht es auch in diesem angenehm unaufgeregten Thriller, der zugleich ein Heimatfilm der anderen Art ist, weil er fast völlig auf die üblichen Alpenklischees verzichtet. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die gar nicht anwesend ist und dennoch das Leben der beiden Protagonistinnen beherrscht: die Mutter von Lara (Stefanie Stappenbeck) und Sylvia (Nina Kronjäger). Sie hat Geburtstag, ihre Kinder treffen ein: Lara, die städtische Literaturagentin aus München. Und Sylvia, die Bodenständige, die mit ihrer Familie immer noch in dem Bergdorf ihrer Kindheit lebt. Eine fehlt jedoch bei der geplanten kleinen Geburtstagsfeier: die Mutter selbst.

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Als sie auch nach Stunden nicht auftaucht, begibt sich Lara auf die Suche nach ihr. Sie findet ihr Auto schließlich am Fuß des Engelsteins.

Am nächsten Tag entdeckt die Bergwacht dann dort die Leichen zweier Menschen, die von Laras Mutter und die eines Unbekannten, der schon etwa 30 Jahre dort gelegen hat. Die junge Frau hat schnell einen schlimmen Verdacht. Ihre Mutter, glaubt sie, ist in die Berge gelockt wurden, um dort ermordet zu werden. Und die andere Leiche könnte ihr Vater sein, der vor 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Ihre Schwester Sylvia glaubt jedoch weiterhin an einen Unfalltod. Und Laras Behauptungen sind für sie reine Spinnerei.

Danach beginnt das übliche, in diesem Fall aber durchaus spannende „Wer ist der Täter?“-Spielchen, es gibt Indizien und Gegenbeweise, viele sind verdächtig und profitieren von dem Tod der Mutter der beiden Schwestern.
Erzählt wird diese unter der Regie von Christiane Balthasar inszenierte Täterjagd, dieses Rumgestochere in alten Wunden, aus der Perspektive Laras, was reizvoll ist. Selbst das Tempo in diesem Film stimmt, die Atmosphäre schwankt zwischen bedrohlich und idyllisch.

Und vor allem die Schauspieler wissen durchweg zu überzeugen. Allen voran das ungleiche Geschwisterpaar, das von Stappenbeck und Kronjäger überzeugend verkörpert wird, dann gibt es männliche Charakterköpfe wie Roeland Wiesnekker und Michael Fitz. Und nicht zuletzt Dietmar Mues in einer kleinen, aber feinen Rolle.

„Tod am Engelstein“ | ZDF
Alpenkrimi mit Nina Kronjäger
Montag, 20.15 Uhr