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Medien „Tagesschau“-Mann Thorsten Schröder: „Ich fühle mich mit Krawatte eingeschnürt“
Mehr Welt Medien „Tagesschau“-Mann Thorsten Schröder: „Ich fühle mich mit Krawatte eingeschnürt“
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10:36 28.10.2019
Tagesschau-Sprecher Thorsten Schröder. Quelle: picture alliance / dpa

Der Fernsehzuschauer kennt Thorsten Schröder aus der „Tagesschau“ in Anzug und Krawatte. In seiner Freizeit aber frönt er dem Extremsport der Ironman-Triathlons. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erzählt er vom Sehnsuchtsort Hawaii und seiner Lebensgefährtin, die ihm den Rücken frei hält.

Herr Schröder, Sie haben ein Buch über Ihren Weg zum Ironman auf Hawaii geschrieben. Wie sind Sie zum Triathlon gekommen?

Ich mache schon sehr lange Sport und war immer ein Bewegungsmensch. Als Student war ich öfter auf Radreisen und bin viel gelaufen, um fit zu bleiben. 1998 fragte mich ein Kumpel, ob wir nicht ein schönes Wochenende auf der Nordseeinsel Föhr verbringen wollen, da sei doch auch ein Triathlon, wo wir die kurze Distanz mitmachen könnten. Am Ende hatten wir da so einen Spaß, dass ich mir danach gesagt habe: „Das kann man ja öfter mal machen“. Und dann bin ich in das Triathletenleben reingerutscht.

Dabei gab es für Sie lange in Ihrem Leben nur eins: den Fußball.

Die Profifußballkarriere ist leider an mangelndem Talent gescheitert. Und das Fußballspielen scheiterte auch irgendwann als Jugendlicher an einer Rückenerkrankung, die operiert werden musste. Es hat Jahre gedauert, bis ich wieder Fußball spielen konnte – in der Zeit hat mir der Arzt dann empfohlen zu schwimmen. Aber Radfahren und Laufen war auch erlaubt. Das wurde dann mein Ersatz.

Wie kam es dann zum Ironman?

Das hat sich sehr langsam entwickelt. Ich habe 13 Jahre lang den „kleinen“ Triathlon gemacht, und wie das bei Sportlern so ist: Man sucht sich neue Herausforderungen. In meinem Umfeld haben zwei, drei Leute Langdistanzen gemacht, und als ich gemerkt habe, dass das gar keine Außerirdischen sind, die da 226 Kilometer aus eigener Kraft zurücklegen, habe ich gedacht: Das will ich auch schaffen.

Zieleinlauf in Hawaii. In zehn Stunden und 56 Minuten hat Thorsten Schröder den Triathlon geschafft. Quelle: Nils Fliesshardt

Warum sind viele Triathleten gerade von dem Ironman auf Hawaii so fasziniert?

Hawaii ist ein Mythos und für Langdistanztriathleten wie mich ein Sehnsuchtsort. Da sind schon großartige Sportler auf der Strecke geblieben und mussten unter den schwierigen Bedingungen der Hitze und der außergewöhnlichen Natur aufgeben. Das ist eine noch größere Herausforderung, als es der Ironman eh schon ist.

Wie haben Sie das zeitintensive Training mit Job und Privatleben vereinbart?

In meiner Freizeit musste ich schon einige Abstriche machen. Mein Klavierunterricht musste als Erstes dran glauben. In den letzten drei, vier Monaten vor dem Wettkampf ist das Training so zeitintensiv, dass man nur noch zwischen Arbeit und Training pendelt. Ich habe ab und an auch zwischen zwei „Tagesschau“-Sendungen den Anzug gegen Laufklamotten getauscht und die Pause für ein Training genutzt. Aber am Ende funktioniert das alles nur, wenn Familie und Freundin voll dahinterstehen. Meine Lebensgefährtin Wiebke hat mir unglaublich den Rücken frei gehalten, immer gesagt: „Geh du laufen, ich putze schon“, „Geh schwimmen, ich koche“, „Geh radeln, ich kaufe ein“. Sie hat sich damit quasi für Hawaii mitqualifiziert, denn sie hat mich natürlich begleitet. (lacht)

Eine Anekdote in Ihrem Buch ist auch, dass Sie es nicht mögen, Krawatten zu tragen. Wie lässt sich das mit Ihrem Job bei der „Tagesschau“ vereinbaren?

Ich habe sie ja nie lange an. Kurz vor der Sendung wird die festgezurrt, nach der Sendung mache ich sie ganz schnell wieder ab. Mir ist das einfach zu eng, ich fühle mich damit eingeschnürt. Deswegen sind die knapp 100 Exemplare auch alle nur im „Tagesschau“-Büro, zu Hause habe ich keine.

Würden Sie sagen, dass Sie heute – mit 51 – fitter sind als mit Mitte 20?

Ich bin heute auf jeden Fall fitter als mit 25. Mit fast 50 hab ich für mich neue Rekorde aufgestellt, ich war so schnell und fit wie nie zuvor. Wenn man Hawaii und drei Langdistanzen in so kurzer Zeit übersteht, dann gab es in meinem Leben sicherlich keinen Zeitpunkt, an dem ich fitter gewesen bin als in dem Moment.

Werden Sie den Ironman auf Hawaii noch einmal in Angriff nehmen?

Der Plan steht: Im kommenden Jahr mache ich die Challenge Roth, die soll man als Triathlet mal gemacht haben. 2021 habe ich schon ein Hotel in Glücksburg an der Ostsee gebucht, um dort die Langdistanz mitzumachen. Und 2022 würde ich mich dann gerne wieder für Hawaii qualifizieren – am liebsten in Frankfurt oder in meiner Heimatstadt Hamburg.

Zur Person: Thorsten Schröder kam 1967 in Reinbek bei Hamburg zur Welt. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und war ab 1991 freier Mitarbeiter beim NDR-Hörfunk. Seit 2000 ist er Sprecher der „Tagesschau“. Schröder absolvierte 2012 seine erste Triathlon-Langdistanz. Den Ironman auf Hawaii 2017 beendete er nach 10:56 Stunden erfolgreich. In seiner Altersklasse M50–54 belegte Schröder den 68. Platz, und insgesamt lag er auf dem 989. Platz von 2364 Teilnehmern. Vor knapp zwei Wochen ist sein Erfahrungsbericht „Mit jeder Faser: Mein Weg zum härtesten Triathlon der Welt“ (Edition Michael Fischer, 320 Seiten, 20 Euro) erschienen.

Von Lena Obschinsky/RND

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