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Medien „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts wird 50
Mehr Welt Medien „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts wird 50
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15:03 14.05.2011
Die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin Ulrike Odenthal feiert Geburtstag. Quelle: dpa
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Keine ermittelt schon so lange beim „Tatort“ wie sie: Ulrike Folkerts spielt seit 1989 die harte TV-Kommissarin Lena Odenthal. Wenn sie mit Assistent Mario Kopper (Andreas Hoppe) Mordfälle in Ludwigshafen aufklärt, schauen rund neun Millionen Menschen zu.
Folkerts hat viele Fans, die zum Beispiel diskutieren, ob Lena besser mit kurzen Haaren aussah oder ob sie bei den langen Locken bleiben soll. Und sie war schon da, bevor der große Boom bei den Fernsehkommissarinnen einsetzte. Am 14. Mai wird die Wahl-Berlinerin 50 Jahre alt.

Bei ihrem Haussender, dem Südwestrundfunk, gilt Ulrike Folkerts als „bestes Pferd im Stall“. Drei Folgen dreht sie im Jahr. Als amtsmüde gilt sie nicht. In ihrem nächsten „Tatort“ am 19. Juni geht es passend zur wenig später startenden Frauen-Fußball-WM um eine ermordete Kickerin. In einer Gastrolle: DFB-Präsident Theo Zwanziger.

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Vom 22. bis 27. Mai ist Folkerts eine der Patinnen der ARD-Themenwoche Mobilität. Das passt gut zu der sportlichen Schauspielerin, die mal bei den Gay Games, den Olympischen Spielen der Schwulen und Lesben, mitschwamm. Mit den neuen Wegen im Internet kann sie aber wenig anfangen. „Facebook geht gar nicht“, findet sie. Augenkontakt sei ihr lieber.

Das Bühnenhandwerk hat die gebürtige Kasselerin auf der Theater-Hochschule in Hannover gelernt, danach war sie am Staatstheater Oldenburg engagiert. Als sie vor 22 Jahren zum ersten Mal in der Folge „Die Neue“ als Lena Odenthal auftrat, trug sie noch Rock und Pelzkragen. Der lässige Look kam später. Als Fernsehanfängerin jobbte Folkerts noch nebenher in einer Berliner Bar.

Heute kennt sie ein Millionenpublikum. 2010 lief der 50. Fall aus Ludwigshafen. Ihre Bekanntheit nutzt die Schauspielerin für ehrenamtliches Engagement, etwa gegen Landminen. 2007 gab es das Bundesverdienstkreuz. Die Botox-Glitzerwelt und Nabelschau liegen Folkerts hingegen weniger. Eine öffentliche Person zu sein, sei anstrengender als der Job als Schauspielerin, sagte sie einmal in einem Interview. 1999 wurde durch einen Zeitungsbericht bekannt, dass die Fernsehkommissarin privat auf Frauen steht. Das Outing war anfangs ein größeres Thema. Heute sind lesbische Fernsehfrauen etwas sichtbarer geworden.

Es dauerte eine Weile, bis Folkerts nicht mehr auf die Rolle der herben Lena Odenthal, der weiblichen Antwort auf Schimanski, festgelegt war. Mittlerweile kann sie öfter Ausflüge in andere Fächer machen: wie kürzlich in der Komödie „Stadtgeflüster - Sex nach fünf““ oder im Katastrophenfilm „Restrisiko“, beide bei Sat.1. 2005 war sie bei den Salzburger Festspielen die erste Frau, die als „Tod“ auf der Bühne stand.

Mit ihrer Freundin, der Künstlerin Katharina Schnitzler, veröffentlichte sie 2008 den Fotoband „Glück gefunden“. Privat ist Folkerts fröhlicher als ihr Fernseh-Alter-Ego. Lena Odenthal sei eher der einsame Typ, sagt sie. „Ich bin gesellig und brauche Freunde um mich, die nichts mit meinem Job zu tun haben.“

dpa