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Medien Jagd auf die Heckenschützen
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08:27 03.07.2014
Sensationsnachricht: Das Auto von den beiden Todesschützen D.C. Sniper John Allen Muhammad und Lee Boyd Malvo wird von der Polizei sichergestellt. Quelle: dpa
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 Die zweite Folge „Waco - Massenselbstmord einer Sekte“ ist ebenfalls nichts für schwache Nerven: „Sie liegt neben dem Staubsauger, sie blutet“, heißt es da. Mit der Folge über die Heckenschützen von Washington greift „Crimes of the Century“ eine bis dahin noch nie dagewesene Mordserie auf. Im September 2002 werden innerhalb von drei Wochen zehn Menschen gezielt mit nur einem Schuss getötet und drei weitere Personen schwer verletzt. „In Montgomery County gibt es jährlich etwa 20 Morde. Und jetzt passieren fünf davon innerhalb von 16 Stunden“, berichtet Lieutenant Phil Raum fassungslos. Die anfangs völlig hilflos wirkende Polizei konnte lange kein klares Motiv für die zusammenhanglos erscheinenden Taten erkennen. Die Opfer waren von unterschiedlicher Nationalität und kamen aus allen sozialen Schichten: Pizzabäcker, Verkäuferin, Gärtner oder Babysitterin.

Am 24. Oktober 2002 konnten die beiden Täter, John Allem Muhammad (41) und Lee Boyd Malvo (17), schlafend in ihrem Auto gefasst werden. Aus dem Kofferraum des 1990er Chevrolet Caprice heraus hatten sie mit einem halbautomatischen Sturmgewehr samt Zieleinrichtung willkürlich auf ihre Opfer geschossen. Muhammad wurde 2009 per Giftspritze hingerichtet, Malvo erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit und entschuldigte sich 2012 für seine Taten. Der Film ist zwar chronologisch, aber ziemlich reißerisch erzählt, die Schnitte und Szenenwechsel erfolgen im atemberaubenden Tempo, Musik und Erzählerstimme schwellen dramatisch an.

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Zum Lesen von eingeblendeten Ortsnamen, Uhrzeiten oder gar der Namen von Zeitzeugen bleibt im Grunde keine Zeit, und Grafiken und Bildmaterial bieten keine wirklich neuen Erkenntnisse. Immerhin wird dem Zuschauer die wichtige Information zuteil, dass Muhammads Henkersmahlzeit aus Hühnchen mit roter Soße und Erdbeerkuchen bestand. Da hätte man der CNN-Produktion von Ridley Scott, dem Regisseur von so spannenden Filmen wie „Alien“ und „Hannibal“, doch etwas mehr Gründlichkeit und deutlich weniger Tempo gewünscht. Die Folgen von Serien wie „CSI“ sind da deutlich informativer - und spannender obendrein. Nächste Woche (22.35 Uhr) geht es dann um den „Mord an John Lennon“ und um „Andrea Yates - Sie tötete ihre eigenen Kinder“. Es folgen Filme über den Anschlag auf Ronald Reagan und den Unabomber (17. Juli., 22.30 Uhr) sowie über den Bombenanschlag auf Oklahoma City und Amanda Knox (24. Juli, 22.35 Uhr).

Von Klaus Bräuer

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