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Medien Stephanie zu Guttenberg entlarvt mutmaßliche Pädophile
Mehr Welt Medien Stephanie zu Guttenberg entlarvt mutmaßliche Pädophile
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12:39 07.10.2010
Stephanie zu Guttenberg moderiert die Reihe zusammen mit dem früheren Hamburger Innensenator Udo Nagel.
Stephanie zu Guttenberg moderiert die Reihe zusammen mit dem früheren Hamburger Innensenator Udo Nagel. Quelle: dpa
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Die Politiker-Gattin Stephanie zu Guttenberg steht ab sofort im Fernsehsender RTL2 für eine Dokumentations-Serie vor der Kamera, die mutmaßliche Pädophile entlarven will. „Die Reihe soll die Menschen sensibler dafür machen, wie groß die Gefahr von sexueller Anmache und Missbrauch im Internet für unsere Kinder ist“, sagte die Frau von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag. Dem Bericht zufolge sollen in „Tatort Internet - schützt unsere Kinder“ in zehn Folgen mehr als sechzig mutmaßliche Kinderschänder entlarvt und bei der Polizei angezeigt werden.

Zu Guttenberg moderiert dem Bericht zufolge die Reihe zusammen mit dem früheren Hamburger Innensenator Udo Nagel (parteilos). Um Pädophile zu überführen, soll sich für die Serie etwa eine 18-Jährige in einem Internet-Forum als Dreizehnjährige ausgegeben haben. Unter anderem habe sich ein bereits als Sexualstraftäter vorbestrafter 48-jähriger Mann aus Bayern in dem Forum gemeldet und mit eindeutigen sexuellen Absichten eine Verabredung mit seinem potenziellen Opfer ausgemacht. Bei der Verabredung sei der Mann dann vor laufender Kamera entlarvt und anschließend angezeigt worden.

Stephanie zu Guttenberg sagte der „Bild“-Zeitung, viele könnten „sich gar nicht vorstellen, was in diesen Chatrooms vor sich geht“. Kinder und Jugendliche würden dort geradezu auf dem Präsentierteller für potenzielle Täter sitzen und bekämen von erwachsenen Männern Sexfotos und Pornofilme zugeschickt. „Viele Eltern ahnen davon gar nichts.“ Sie selbst sei „schockiert, wie schnell und gezielt sich die Täter an die Kinder ranmachen“.

Die 33-jährige Mutter von zwei Töchtern ist Präsidentin der deutschen Sektion des internationalen Vereins Innocence in Danger (Unschuld in Gefahr) und veröffentlichte kürzlich unter dem Titel „Schaut nicht weg“ ein Buch, mit dem sie sexuellen Missbrauch bekämpfen will.

dpa/afp

Jan Henrik Flecke 06.10.2010
06.10.2010