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Medien Sieht doof aus, ist auch so gemeint
Mehr Welt Medien Sieht doof aus, ist auch so gemeint
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08:49 26.10.2013
Schon das Kostüm ist zum Fremdschämen: Boris Becker bei „Alle auf den Kleinen“. Quelle: dpa
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Berlin

Und nicht zuletzt auch der Zuschauer, für den höchstens die Ausrede gelten könnte, die Fernbedienung zwischen Sofakissen verkamt zu haben.

Freitagabend 20.15 Uhr, RTL. Nach mehr als zwei Wochen Schlagzeilen über den Twitter-Beef, kurz Tweef, zwischen Pocher und Becker - es ging, um es kurz zu machen, um Beckers Biografie und eine gemeinsame Ex - trafen sich die zwei Streithähne zum „Duell“ in einem Kölner Fernsehstudio. Eine Art Sondersendung von Pochers Show „Alle auf den Kleinen“, die zu einem Spektakel des flachen Herrenwitzes wurde. Sonja Zietlow moderierte den „Kampf“, der mit Witzeleien über Beckers derzeitiges Körpergewicht begann und in der demütigenden Zuschauerstellung eines abgehalfterten Leistungssportlers und eines stets überengagierten TV-Clowns endete.

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Die Gewinnerin des Abends – wenn es denn überhaupt einen gab: Lilly Becker, die mitgekommen war, ihren Gatten zu unterstützen, allerdings die ganze Zeit über aussah, als würde sie  den Programmverantwortlichen am liebsten gleichzeitig ins Gesicht springen wollen. Kurz nach 20.30 Uhr das erste Spiel: Eine Art menschliches Tetris. Noch nicht wirklich tragisch. Allerdings lohnt sich bei Sendungen, die im Grunde nicht mehr als niedere Instinkte bedienen, der Blick ins Internet.

Hier zeigte sich auch am Freitag, dass der Zuschauer an sich nicht besser ist, als die Sendung ist, die er gerade sieht. Von „Ist die dumm“ über „Becker hat gesoffen“ bis „Tittenlilly hat es geschafft“ reichte die Spannweite der Peinlichkeiten. Ein hübsches Spiegelbild für eine Sendung, in der Zietlow mit Sprüchen wie „Nicht alles, was ein Loch hat, ist kaputt“ gleichzog. 

Weiter ging es mit Tomatenschießen à la Wilhelm Tell, Lästereien über Prominente  und der mittlerweile berühmten Fliegenklatsche. Sogar die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ war sich nicht zu schade, das Bild von Tennislegende Becker mit der Fliegenklatschen-Mütze zu zeigen. Sinn der Erniedrigung: Fliegenklatschentennis. Vor einem Tisch kniend, die Hände auf dem Rücken verbunden, einen kleinen Ball mit verlängerten Ohren übers Netz befördern. Sieht doof ist und ist auch so gemeint.

Aber vielleicht muss man ein bisschen mehr Verständnis zeigen. Schließlich dürften PR und Quote zumindest Pocher geholfen haben, sich wieder ins Rampenlicht zu spielen. Denn bis vor kurzem hatte der nicht viel mehr, als die gleiche Ex wie Boris Becker. Jetzt hat er zumindest wieder eine Show.

Von Nora Lysk

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