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Medien Sibel Kekilli über ihre Rolle als „Tatort“-Kommissarin
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18:52 11.08.2010
Sibel Kekilli wird neue Kieler „Tatort“-Kommissarin – und hat Respekt vor dem Job. Quelle: ARD
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Zurzeit ist sie 9500 Kilometer von Kiel entfernt, dem Ort also, an dem sie künftig als neue „Tatort“-Ermittlerin unterwegs sein wird. Sibel Kekilli ist in Mexiko, zu Gast auf der Deutschen Filmwoche. Und sie hat sich dort erstmals öffentlich zu der ehrenhaften Aufgabe geäußert, die ihr an der Seite von „Tatort“-Kollege Axel Milberg alias Klaus Borowski bevorsteht. Sie habe großen Respekt vor dem ARD-Sonntagskrimi, dieser Institution im deutschen Fernsehen, sagte sie: „Den ,Tatort‘ gibt es seit 40 Jahren, den sehen so viele Menschen, der bleibt in den Köpfen hängen.“

Ihre Arbeit als neue Kieler Kommissarin sei eine willkommene Herausforderung in ihrer Karriere, sagte sie in Mexiko-Stadt im Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Sie freue sie sehr, mal jemanden zu spielen, der keinen Migrationshintergrund hat. „Ich habe eine Rolle, die Sarah Brandt heißt und nicht Aysche Yilmaz. Das finde ich wirklich klasse.“ Die 30-jährige Wahl-Hamburgerin mit deutsch-türkischen Wurzeln, 1980 in Heilbronn als Tochter eines Arbeiters und einer Putzfrau geboren, hatte sich immer wieder beschwert, als Schauspielerin auf das Rollenklischee der Türkin reduziert zu werden.

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Kekilli hat am 24. Oktober ihren ersten Auftritt als Sarah Brandt im Kieler „Tatort“. In der Folge „Borowski und eine Frage von reinem Geschmack“ wird sie in die Rolle eingeführt und löst dann Maren Eggert ab, die seit 2002 die Kriminalpsychologin Frieda Jung an der Seite von Milberg gespielt hat und wegen eines festen Theaterengagements aus dem Kieler „Tatort“ ausgestiegen ist.

Kekilli, die vor sechs Jahren mit Fatih Akins Film „Gegen die Wand“ bekannt wurde, ist auf Einladung des Goethe-Instituts nach Mexiko gekommen. Dort ist sie Ehrengast im Rahmen der 9. Deutschen Filmwoche, wo ihr neuer Erfolgsfilm „Die Fremde“ gezeigt wird. Er behandelt die Problematik des Ehrenmords. Für ihre Rolle einer türkischen Mutter, die mit ihrem Sohn vor dem gewalttätigen Ehemann von Istanbul nach Berlin flieht und dort von der eigenen Familie für vogelfrei erklärt wird, erhielt sie bereits den Deutschen Filmpreis und wurde auf dem renommierten Tribeca-Filmfestival in New York als beste Darstellerin ausgezeichnet.

In Mexiko lief „Die Fremde“ zur Eröffnung des Festivals vor mehr als tausend Zuschauern. „Es ist eine große Ehre für mich, dass so viele Menschen den Film sehen wollen“, betonte Kekilli.Bereits „Gegen die Wand“ war in den Programm- und Kommerzkinos in dem lateinamerikanischen Land ein großer Erfolg.

Während Kekilli in „Die Fremde“ eine tragende Rolle hat, wird sie als neue Ermittlerin in den „Tatort“ eher behutsam eingeführt: In ihrem ersten Fall wird sie als Nachbarin eines Tatverdächtigen vorgestellt, die auf einem Resthof lebt. Im Verlauf der Ermittlungen kommt es dann laut NDR zu einer ersten Begegnung mit Kommissar Borowski. In der übernächsten Folge wird Kekilli gar nicht auftauchen – danach aber wird ihre Rolle etabliert.

Klaus Ehringfeld

Dirk Kirchberg 10.08.2010