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15:35 12.12.2012
Happy Birthday, Bert. Samson, Bibo und Krümelmonster! Die Sesamstraße feiert 40. Geburtstag. Quelle: dpa
Berlin

Einmal in die Fußstapfen von Samson treten - das können von diesem Freitag an Fans der „Sesamstraße“ im Berliner Museum für Film und Fernsehen. Zum 40. Geburtstag der inzwischen in der 2669. Folge ausgestrahlten ARD-Kindersendung lässt sich der gemütliche Riesenbär am Eingang des Museums am Potsdamer Platz in seiner Hängematte nieder. Seine überdimensionalen Schuhe hat er vorher natürlich ausgezogen - und in die können die Besucher jetzt schlüpfen und sich fotografieren lassen.

Das unzertrennliche Freundespaar Ernie und Bert ist bis zum 7. April 2013 ebenso im Berliner Filmmuseum eingezogen wie der griesgrämige Rumpel mit seiner Regentonne, das rosa Vogelmädchen Tiffy, Monstermädchen Feli Filu und natürlich das gefräßige Krümelmonster („Keeeekse!“). Beim Blick hinter die Kulissen ist zu sehen, wie die Puppenspieler die von Jim Henson (1936-1990) entworfenen Figuren zum Leben erwecken - Ernie zum Beispiel wird wie die meisten „Sesamstraßen“-Bewohner von gleich zwei Menschen gespielt.

Start der deutschen „Sesamstraße“ war am 8. Januar 1973 mit einer synchronisierten Fassung der amerikanischen Originalserie. Das Konzept der Sendung war revolutionär. In der für westdeutsche Wohlstands-Augen leicht heruntergekommen wirkenden „Sesamstraße“ leben Puppen und echte Menschen unterschiedlicher Hautfarbe zusammen. Spielszenen wechseln sich ab mit kurzen Zeichentrick-Spots rund um das Zählen und Alphabet. Nur der Bayerische Rundfunk verzichtete damals auf die Ausstrahlung. Die dargestellte Welt entspräche nicht der sozialen Situation in Deutschland, hieß es.

In die deutsche „Sesamstraße“ zogen dann Lilo Pulver, Henning Venske, Manfred Krug und Uwe Friedrichsen ein. Später haben Annette Frier, Dirk Bach, Barbara Schöneberger, Anke Engelke und Otto regelmäßige Auftritte. Ernie und Bert singen mit Lena, Herbert Grönemeyer und Xavier Naidoo.

Vorschul-Fernsehen habe es in Deutschland bis zum Start der „Sesamstraße“ fast gar nicht gegeben, sagt Ausstellungskuratorin Gerlinde Waz. Und das Geheimnis des Erfolgs von Ernie & Co? „Es liegt an den Figuren. Die sind einfach großartig. Unglaublich reduziert, aber trotzdem unglaublich ausdrucksstark“, so Waz.

Die Sendung habe sich außerdem ständig verändert, um den Alltag der Kinder so realitätsnah wie möglich zu zeigen. Deshalb wohnen in der „Sesamstraße“ schon lange nicht nur Menschen unterschiedlicher Herkunft, sondern zum Beispiel auch die alleinerziehende Monstermutti Moni. In mehr als 140 Ländern gibt es die „Sesamstraße“, auch in Indien, China, Israel und Afghanistan.

In Deutschland gibt es eigene Geschichten und Figuren wie Samson, die Schnecke Finchen, das Schaf Wolle und Pferd. Heute sind in der deutschen Ausgabe nur noch ein bis zwei kurze Einspielfilme aus den USA zu sehen, so die Ausstellungskuratorin. Wolle und Pferd haben mit „Sesamstraße präsentiert: Eine Möhre für Zwei“ inzwischen auch eine eigene Sendung. Und das Krümelmonster wurde von den Amerikanern inzwischen auf Diät gesetzt („Kekse isst man nur ab und zu“) und vertilgt jetzt auch Obst und Gemüse, damit es ein Vorbild für übergewichtige Kinder ist.

Das NDR Fernsehen startet mit der Ausstellung in das offizielle Jubiläumsjahr. Am 8. Januar feiern die Puppen ihre Straße mit einer Sondersendung im KiKA. Außerdem wird es einen großen blauen Monster-Auftritt für „Super Grobi 2.0“ (14.1.) und „Die lange Sesamstraßen-Nacht“ (12.1.) mit Caren Miosga geben. Zu Ostern 2013 bekommen Wolle und Pferd dann ihren eigenen, zweiteiligen KiKA-Spielfilm mit dem Titel „Das Geheimnis der Blumenfabrik“.

dpa

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