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Medien Seehofer lädt zu Facebook-Party
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17:11 06.05.2012
Horst Seehofer lädt über seine Facebook-Seite ins Münchner P1 ein. Quelle: dpa
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München

Erst einmal erntete der CSU-Chef ungläubiges Staunen. Horst Seehofer macht eine Facebook-Party in der Münchner Nobeldisco P1 Viele Facebook-Nutzer konnten es kaum glauben, als der bayerische Ministerpräsident seine Einladung - natürlich via Facebook - aussprach. Er freue sich über seine wachsende Fangemeinde und den direkten Kontakt, erklärte Seehofer da in knappen Zeilen. Und dann: „Jetzt möchte ich möglichst viele von Euch persönlich kennenlernen. Deshalb lade ich Euch alle am 8. Mai zu einer Fanparty ins P1 nach München ein. Bis dahin eine gute Zeit! HS."

Seehofer veranstaltet also seine eigene Facebook-Party - als erster Spitzenpolitiker überhaupt. Damit hat der CSU-Chef Freund und Feind überrascht - zumal er beileibe kein Vorreiter ist, was die Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter angeht. Plattformen, an denen auch die Politik nicht mehr vorbeikommt.

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Eine immer größere Zahl von Politikern ist dort mittlerweile aktiv - bis hin zu US-Präsident Barack Obama, der ab und an selbst Nachrichten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schreibt. Und auch jeder namhafte deutsche Politiker braucht heutzutage ein eigenes Profil auf Facebook, um sich seinen Wählern zu präsentieren. Viele sind außerdem auf Twitter aktiv - bis hin zu SPD-Chef Sigmar Gabriel, der sich just am Wochenende anmeldete. „Ich freue mich darauf, Debatten auch hier zu führen", twitterte er.

CSU-Vize-Generalsekretärin Dorothee Bär ist da schon etwas weiter. Mehr als 7000 Nachrichten setzt sie inzwischen via Twitter ab. „Ich könnte mir die Arbeit ohne neue Medien nicht mehr vorstellen", sagt Bär. "Für mich ist es eine Bereicherung - in jeder Hinsicht."

Was auf Facebook, Twitter & Co. passiert, nennt der Duisburger Politikwissenschaftler Christoph Bieber Echtzeit-Kommunikation. Politiker können direkt und auch mal ohne Pressestelle mit den Bürgern in Kontakt treten, Stimmungen abfragen, Meinungen einholen. Der Hamburger Medienwissenschaftler Jan-Hinrik Schmidt sagt: "Der Politiker kann Botschaften direkt an seine potenziellen Wähler senden." Und genau diesen direkten Draht schätzen Politiker so sehr.

Seehofer sucht nun also den noch direkteren Kanal, indem er seine Facebook-Fans treffen will. „Wir wollen bewusst neue Wege gehen. Wir wollen machen, was noch nie einer gemacht hat", erklärt Bär. Und der Ansturm auf die Party ist enorm: Von den mehr als 9000 Nutzern, die bis Sonntag den Seehofer-„Gefällt mir"-Button geklickt hatten, haben sich rund 2500 zur Party angemeldet. Wegen des Andrangs schloss die CSU die Liste.

Seehofers Ziel sei wohl eine Aura des Neuen, des Modernen, sagt Medienwissenschaftler Schmidt. Er begrüßt die Idee des CSU-Chefs zwar durchaus, sagt aber: „Es ist trotz allem Teil einer politischen Inszenierung - auch wenn das zum Berufspolitiker dazugehört." Eine Einladung mittels Flugblatt habe eben keinen Neuigkeitswert mehr. Grünen-Landeschef Dieter Janecek sagt nur lapidar: "Die CSU wird nicht moderner, nur weil sie mal eine Facebook-Party macht."

dpa

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