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Medien Scorpions-Schlagzeuger James Kottak veröffentlicht neues Soloalbum
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20:01 06.05.2010
Immer weiter rocken: Schlagzeuger James Kottak Quelle: Frank Wilde (Archiv)
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Bis Mitte der Woche haben sie noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der AWD-Hall für ihre Abschiedstour „Get your Sting and Blackout“ geprobt: die Scorpions. Freitag startet die hannoversche Rockband um Klaus Meine und Rudolf Schenker in Leipzig ihre Konzertreihe in Deutschland. Es sollen bekanntlich ihre letzten gemeinsamen musikalischen Auftritte sein. Die Presse war zu den Proben nicht eingeladen. Nur ein Scorpion machte eine Ausnahme – in eigener Sache.

Mitten in den Tourvorbereitungen entschuldigte sich der amerikanische Schlagzeuger James Kottak und fuhr zum spontanen Promotiontermin ins Hotel. „Rock & Roll Forever“ heißt sein Soloalbum, das am 14. Mai erscheint. Der Name sei Programm, sagt Kottak. „Seit ich 14 Jahre alt bin, lebe ich den Rock ’n’ Roll“, meint der Drummer, stilecht ausgestattet mit Sonnenbrille, Aufnäherweste und schwarzen Fingernägeln. Der 47-Jährige spielte schon in Bands wie Kingdom Come, McAuley Schenker Group und Warrant. Seit 15 Jahren ist er nun mit den Scorpions weltweit unterwegs. „Ich mache Musik und gehe damit auf Tour. Ich liebe es“, sagt Kottak und verweist auf sein riesiges Rückentattoo: „Forever Rock ’n’ Roll“ ist dort zu lesen. Für immer Rock ’n’ Roll.

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Für sein neues Album tauschte er das Schlagzeug gegen Gitarren und Mikrofon: Kottak singt neben seiner Freundin Athena, der kleinen Schwester von Mötley-Crüe-Schlagzeuger Tommy Lee. Er schafft mit seinem Soloprojekt eine Musikkulisse, die sich mehr am Punk orientiert als am typischen Hardrock der Scorpions. Das Album klingt „wie ein Güterzug, der durch die Arena donnert“, findet Kottak – und klingt dabei ein wenig wie Klaus Meine, wenn er für die Scorpions wirbt. Demnächst wird Kottak auch einige Konzerte mit seiner nach ihm benannten Band geben. Für ihn bedeuten die letzten Auftritte der hannoverschen Rocker also nicht den Abschied von den Bühnen der Welt.

„Natürlich bin ich auf der einen Seite traurig“, sagt Kottak. „Aber auf der anderen Seite freue ich mich auch auf neue Projekte.“ Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, sei allerdings kaum. Die Tage seien derzeit voller Termine, erzählt er. Nicht mal Meine und Schenker kämen dazu, sich bewusst zu machen, dass es ihre letzte Tournee sein wird. „Vor jedem Gig halten wir die Fäuste zusammen, als ob wir gemeinsam auf einen Trip gehen“, sagt Kottak.

Über die neue Show mag er noch nichts erzählen. Groß werde sie, massiv, „unglaublich“. Es sei eine „richtige Rockshow“ mit neuem Licht und vielen Songs aus der langen Scorpions-Geschichte.

„In Deutschland werden die Scorpions oft als Balladensänger wahrgenommen, aber wir sind eine echte Hardrockband.“ Und das wolle man jetzt natürlich noch einmal eindrucksvoll unter Beweis stellen, sagt Kottak. Er habe in den vergangenen Jahren viel von den Scorpions-Gründern Meine und Schenker gelernt, betont er. „Vor allem haben sie mir gezeigt, wie man den Moment genießt, innehält und alles auf sich wirken lässt“, meint der Amerikaner. „So kann man den Rock ’n’ Roll wirklich spüren.“ Und vielleicht auch in Ehren an seiner Seite altern: Kottak ist 14 Jahre jünger als das Frontduo, doch wie die beiden will auch er bis 60 auf jeden Fall durchhalten. Am liebsten natürlich für immer – so steht’s schließlich auf seinem Rücken.

Die Scorpions spielen am 1. Juni in der TUI Arena. Karten gibt es ab 55,60 Euro. Das Kottak-Album erscheint am 14. Mai beim SAOL-Label.

Jan Sedelies