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Medien „Schmigadoon!“ – Wanderung in die Singspielhölle bei Apple TV+
Mehr Welt Medien „Schmigadoon!“ – Wanderung in die Singspielhölle bei Apple TV+
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17:49 16.07.2021
Sie steht auf heile Musicalwelt, er mag's nicht so, wenn Leute plötzlich singen: Keegan-Michael Key und Cecily Strong in einer Szene der Serie „Schmigadoon“.
Sie steht auf heile Musicalwelt, er mag's nicht so, wenn Leute plötzlich singen: Keegan-Michael Key und Cecily Strong in einer Szene der Serie „Schmigadoon“. Quelle: Apple TV+
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Im Krankenhaus haben sich der Anästhesist Josh (Keegan-Michael Key) und die Gynäkologin Melissa (Cecily Strong) vor dem Süßigkeitenautomaten kennengelernt, der gleich vor lauter Aufregung alle Schokoriegel auf einmal ausgespuckt hat. Ein paar Beziehungsjahre später ist die Verliebtheit nicht mehr ganz so frisch. Und so begeben sich die beiden New Yorker auf einen therapeutischen Wanderurlaub.

Schon bald haben sie sich auf den verwunschenen Waldwegen im strömenden Regen verirrt und gelangen an eine Brücke aus Stein. Dahinter eröffnet sich eine Welt mit ewigem Sonnenschein, künstlicher Flora, pastellfarbenen Kulissen und einem Dorf, dessen Bewohner auf ein Stichwort zu singen und zu tanzen beginnen. Denn in der Ortschaft Schmigadoon gelten die Gesetze des Musicals, wo das, was zu sagen ist, gesungen wird.

Josh will raus aus der Musicalhölle

Während Melissa dem Heile-Welt-Charme durchaus angetan ist, will Josh nichts wie weg aus der Singspielhölle. Aber der Weg zurück über die magische Brücke wird nur denen gewährt, die ihre wahre Liebe gefunden haben.

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Über sechs Folgen schickt die neue AppleTV-Serie „Schmigadoon!“ das abgeklärte New Yorker Ärztepaar zur Radikaltherapie in die Welt des Musicals. Die Songs und Choreografien können sich sehen lassen und die Kulissen erstrahlen in feinstem Retrodesign.

„Schmigadoon!“ beruht auf dem Fünfzigerjahre-Kultmusical „Brigadoon!“

Inhaltlich begibt sich „Schmigadoon!“ auf eine Gratwanderung zwischen Hommage und Parodie. „Schmigadoon!“ liegt das märchenhafte Filmmusical „Brigadoon!“ (1954) mit Gene Kelly und Cyd Charisse über ein versunkenes Dorf zugrunde.

Die Sehnsucht nach der harmoniesüchtigen Heile-Welt-Fantasie des Genres wird freudvoll bedient und gleichzeitig kritisch hinterfragt. Etwa wenn der schwule Bürgermeister (Alan Cummings) um sein Coming-Out ringt, die Dorflehrerin (Ariana DeBose) den unehelichen Sohn als jüngeren Bruder ausgibt und die Vorsitzende des konservativen Frauenvereins (Kristin Chenoweth) die populistische Machtergreifung probt.

Aber der kulturelle Zusammenprall bleibt in „Schmigadoon!“ eher harmlos. Die Kritik am konservativen Wertekanon des Genres dient hier vornehmlich der liberalen Selbstbespiegelung und droht den Wohlfühlcharakter des Unterhaltungsproduktes an keiner Stelle zu gefährden.

„Schmigadoon!“, sechs Episoden, von Ken Daurio und Cinco Paul, mit Keegan-Michael Key, Cecily Strong und Alan Cummings (seit 16. Juli bei Apple TV+)

Von Martin Schwickert/RND

Der Artikel "„Schmigadoon!“ – Wanderung in die Singspielhölle bei Apple TV+" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.